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Acht Jahre ist es her, dass Matthew Scudder den Polizeidienst quittierte, nachdem er beim Versuch, die Täter eines Überfalls zu stellen, einen unschuldigen Passanten erschoss. Inzwischen verdient er seinen Lebensunterhalt als Privatermittler, hat dem Alkohol entsagt und lebt zurückgezogen. Als Scudder von dem Drogendealer Kenny den Auftrag erhält, die Männer ausfindig zu machen, die seine Frau gekidnappt und brutal ermordet haben, führt ihn der Fall tief in die Unterwelt von New York. Langsam offenbart sich, dass die Entführung nicht die einzige war, sondern Teil einer ganzen Serie äußerst gewalttätiger Straftaten - immer mit tödlichem Ausgang. Scudder sieht sich auf seiner Suche nach Gerechtigkeit gezwungen, selbst die Grenzen des Gesetzes zu überschreiten, während die Täter bereits ihr nächstes Opfer ins Visier nehmen.

Auf Liam Neeson ist einfach Verlaß, seit Jahren liefert er Qualitätsware ab und wird sogar noch auf die älteren Tage zum spätberufenen Actionheld. Hier spielt er zwar einen ähnlichen Charakter wie in Taken und darf anfangs erstmal auch drei Gangster erschießen, die seinen Lieblingsbarkeeper abknallten, aber danach wird der Walk along the Tombstones doch deutlich ruhiger. Action gibt es im Grunde wenig bis gar keine, was der Story aber alles andere als zum Nachteil gereicht. Präsentiert wird eine geradezu klassische Detektivgeschichte eines Ex-Cops der zwei Serienmörder verfolgt, die sich auf die weibliche Verwandtschaft von Drogendealern konzentrieren, entführen und trotz Lösegeldzahlung ermorden.
Der Anfangsshootout war allerdings nur ein Flashback (längst nicht der einzige, das Stilmittel wird häufiger eingesetzt) um den Helden das übliche Trauma aufzuoktroyieren, da bei dieser Schießerei durch einen Querschläger getötet wurde. So ist dann der Auftraggeber auch nicht ein reicher Geschäftsmann oder sowas, sondern ein typischer Drogenverticker (die hier mehrfach recht gut wegkommen und auch auf die menschliche Art und Weise gezeichnet werden). Es laufen klassische Ermittlungen, der beste Zeuge verabschiedet sich durch Bungeesprung ohne Seil, aber auch aus den Tätern wird kein Geheimnis gemacht. Die zwei Psychos werden sogar vor Filmmitte präsentiert. Da lebt der Film quasi von Neeson allein und fährt gut damit.
Etwas nervig fand ich da schon den kleinen Obdachlosen Jungen, der hier als Sidekick mit doll moderner Sprache mitgeschleppt wird. Auch hab ich nicht so ganz kapiert, warum die Story 1999 spielen soll, mehrmals der Millenium Bug angesprochen wird, aber nie irgendeine Rolle spielt. Auch hätte ich gern gewußt, was der letzte der beiden Kidnapper/Killer am Ende noch sagen wollte, bevor sein Gehirn auf die Wand verteilt wird, aber im Großen und Ganzen bietet Ruhet in Frieden doch spannende Unterhaltung, wie es sie in Krimis heutzutage selten gibt. Das funktioniert auch ohne große Autojagden, CGI Explosionen oder ständigen Ballereien durch soliden Storyaufbau.
7/10

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