Ein Dieb wird im umgebauten Auto eines Reichen gestellt und gefangen gehalten, - das entspricht bereits der kompletten Handlung des reichlich dick aufgetragenen deutschen Titels.
Viel Substanz gibt dieser Psycho-Thriller auf TV-Niveau ergo nicht her, er weiß aber mit ordentlichem Pacing und durchaus spannenden Momenten zu gefallen.
Allein die hanebüchene Idee, sich seinen Porsche derart umbauen zu lassen gebührt Respekt, denn Bauunternehmer Holden Downs (Nick Mancuso) ertappte bereits zwei Autodiebe auf frischer Tat und möchte sich nun, mithilfe seines technisch versierten Neffen, wieder sicher unter den vier Rädern fühlen. Kurz nach Umbau versucht Autodieb Robert (Andrew Divoff) sein kriminelles Glück erneut und wird von Downs per Fernbedienung im Wagen eingesperrt.
Berufliche Fehlschläge lassen den Bauunternehmer mit der Zeit immer unberechenbarer agieren, bis weitere Personen seine Garage betreten…
Mit geringen Mitteln wird ein ordentliches Maß an Unterhaltungswert geschaffen, Hauptschauplätze beschränken sich auf den Wagen und Downs Wohnung und auch das Figurengeflecht bleibt äußerst überschaubar.
Besonders auf der einfach gehaltenen Ebene der Charakterisierungen fällt es dem Betrachter leicht, Partei zu ergreifen. Downs ist der cholerische Geschäftsmann, Arroganz und vor allem Selbstgerechtigkeit zeichnen den Mann mittleren Alters aus. Die Beziehung zu seiner Frau läuft schlecht und auch seinem millionenschweren Lebenswerk drohen die Felle davon zu schwimmen.
Gauner Robert besinnt sich nach anfänglichen Provokationen eher auf seine Vernunft, obgleich auch er ein ums andere Mal impulsiv reagiert und damit seiner unterlegenen Position Angriffsflächen aussetzt.
Was bei alledem zu kurz kommt, ist die Herauskristallisierung sozialer Unterschiede, die von beiden Protagonisten nur oberflächlich angerissen werden und auch das Motiv der Freiheitsberaubung im Sinne „ausgleichender Gerechtigkeit“, wird nur angedeutet.
Oft beschränken sich die Dialoge auf Banalitäten, die der Situation angemessen sind, sie aber leider nie so recht hinterfragen.
Dennoch ist das Machtverhältnis der Hauptakteure nicht dauerhaft geklärt, ab und an begibt sich Downs zu nah ans leicht heruntergelassene Seitenfenster und spätestens, als ein Kerl vom Sicherheitsdienst aufgrund von Schüssen alarmiert ist, könnte sich das Blatt schnell wenden.
Schließlich erscheinen eine zweite und dritte Person, wovon eine final die Zügel der Entscheidung in der Hand hält, während eine Figur mit Harpune, eine andere mit Pistole durchs Haus schleicht.
Zwar bietet der Showdown keinerlei Überraschungen, doch das passable Timing weiß zumindest jede Lücke irrationalen Verhaltens zu kaschieren.
Gefällig bis unauffällig gibt sich die Inszenierung auf solider Ebene, ohne visuelle Schnörkeleien, akzeptablem Score und durchschnittlichen Darstellerleistungen.
Denn Nick Mancuso ist in der Rolle als Bauunternehmer zu Beginn recht stark, gegen Ende lässt er aber genauso stark nach, weil er ins Overacting abdriftet. Konstanter gibt sich da Andrew Divoff, der dauerhaft mit Glaubwürdigkeit punktet, indem er eher zurückhaltend agiert.
Eigentlich ist „Captured“, so der Originaltitel, reichlich einseitig und zuweilen richtig doof, da er uns sogar verkaufen will, dass ein durchschnittlicher Mp3-Player im Auto selbst mit einem Messer nicht abstellbar ist und ein Mann zudem ganz offenbar mehrere Tage ohne einen Tropfen Flüssigkeit überleben kann.
Dennoch, er hat seine Momente, die in der Simplizität der Konfrontation zweier Männer liegen, die ohne größere, körperliche Gewaltszenen auskommt.
Wem dieses Sujet liegt, sollte tendenziell einen Blick riskieren, andernfalls auf ähnlich gelagerte Filme mit mehr Tiefgang, wie etwa „Five Fingers“ zurückgreifen.
Knapp
6 von 10