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Die Retrowelle rollt weiter. Im vorliegenden Fall geht es – eher unfreiwillig – in die Siebziger, einschließlich Weichzeichner und durchschaubaren Tricks. Regisseur und Co-Autor Dean Jones, seines Zeichens Make-up Artist („Fluch der Karibik 2“, „Star Trek: Der Aufstand“) hätte besser „Elvis – Haus der singenden Kinder“ drehen sollen, als es mit dem ausgelutschten Geistermotiv zu versuchen.

Staatsanwalt James erfährt vom Tod seiner Mutter und reist mit Frau Jennifer und dem sechsjährigen Sohn Danny zu ihrem Landhaus nach Cedar Rock Falls, um dieses auf Vordermann zu bringen und es anschließend zu verkaufen. Rasch hat Danny einen imaginären Freund gefunden und auch die ausschließlich älteren Einwohner begutachten die Neuankömmlinge mit großen Augen. Pater O'Malley (Lance Henriksen) ahnt, dass ein düsteres Geheimnis des Ortes wieder zum Vorschein kommen könnte…

Bereits 2014 fertig gestellt, bewahrheiten sich mal wieder alle Befürchtungen, mit einer späten Veröffentlichung automatisch einen schwachen Streifen serviert zu bekommen.
Dabei gestaltet sich der Einstieg vor Gericht gar nicht unspannend, als ein offenbar pädophiler Killer freigesprochen wird und es kurz darauf zur Selbstjustiz kommt. Für den weiteren Verlauf ist diese Begebenheit jedoch völlig ohne Belang, denn während dieses Einstiegsszenarios ist James komplett unbeteiligt, während alte Leute auf dem Land offenbar stets mit Buch in der Hand den Löffel abgeben.

Die Geisterkinder lassen zwar nicht lange auf sich warten, doch ihr Auftauchen gestaltet sich dermaßen beliebig, dass zu keiner Zeit ein Schockmoment generiert wird, zumal deren Aussehen für einen Mann vom Fach nicht sonderlich furchteinflößend geraten sind.
Hinzu gesellen sich überschaubare Einlagen wie zuschlagende Türen, rollende Feuerwehrautos und Gehusche zwischen Laken auf der Wäscheleine.
Toll ist auch die Szene, als Mom draußen und auf ebener Fläche über ein Spielzeugauto(!) stolpert und daraufhin bewusstlos vorgefunden wird.

Da mag Jones noch so häufig Edgar Alan Poe zitieren und Poltern von oben, unten oder aus dem Zwischenreich einstreuen, - bei so wenig Originalität und abgedroschenen Einlagen will sich schlichtweg kein Gruseln einstellen. Einzig als Mutter und Sohn zum Eisessen in den Ort gehen und sich langsam eine staunende Traube alter Menschen um sie herum bildet, gerät das Treiben kurzfristig creepy.

Dabei liefert die Kamera ein paar ansehnliche Außenaufnahmen und auch der Score ist variabel und orientiert sich an klassischen Gespensterfilmchen. Demgegenüber performen nahezu sämtliche Mimen schwach, was die grottenschlechte, betonungslose Synchro noch verstärkt. Einzig Lance Henriksen bildet einen kleinen Lichtblick, doch seine Figur des Geheimniskrämers bleibt unterm Strich relativ undankbar.

Zumindest wird noch so etwas wie eine Auflösung präsentiert und obgleich nicht alle Fragen beantwortet werden, folgt am Ende eine garstige Pointe, die den Gesamteindruck allerdings nicht mehr maßgeblich aufwertet. Der Rest entpuppt sich als Sammelsurium aus dem Baukasten für Gespensterkinder, weitgehend uninspiriert und spannungsarm aneinandergereiht.
3,5 von 10

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