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Nach dem Tod seiner Mutter fährt Staatsanwalt James Thomas (Jason Cook) mit Frau Jennifer (Valerie Azlynn) und dem kleinen Sohn in das geerbte Anwesen, um es herzurichten und gleich wieder zu verkaufen. Doch irgendetwas ist seltsam in dem abseits gelegenen Haus, in dem James seine Kindheit verbrachte: nicht nur, daß sein altes verrostetes Spielzeug aus der Kinderzeit vor dem Haus herumliegt (wer mag es da wohl hingelegt haben?), auch sein neugieriger Sohn Danny entdeckt hinter einer Tapete einen Zugang zum Keller, wo er sich schnell mit einem für die Eltern unsichtbaren anderen Buben anfreundet, den er fortan in sein Leben einbezieht. Schließlich taucht auch noch Dorfpfarrer Father Donovan O'Malley (Lance Henriksen) auf, der besorgt erscheint und gewisse Andeutungen macht.
Als kurz darauf auch Mutter Jennifer die schemenhaften Kindergeister zu sehen glaubt, will sie nur noch weg aus dem Haus, was zu einem heftigen Streit mit James führt, der die ersten Käufer erwartet. Ein Mutter-Sohn-Spaziergang in der Kleinstadt führt zu einem Auflauf von älteren Passanten, die ganz fasziniert sind von dem kleinen Danny, gibt es dort doch anscheinend gar keine Kinder. Irgendetwas in James´ Kindheit scheint der Grund dafür zu sein...

Gepflegte Langeweile verbreitet die US-Produktion Dark Awakening, denn auch diese x-fach verfilmte Haunted House-Story läuft stur nach Schema F ab und enthält keinerlei Überraschungen oder bemerkenswerte Szenen. Die austauschbar glatten Filmcharaktäre, Vielfilmer Lance Henriksen einmal ausgenommen, vermögen auch keinerlei Sympathiewerte zu verbuchen, die an sich vielversprechende Eingangsszene mit einem Mord im Gerichtssaal (der allerdings nur als Opener dient und nie wieder zum Tragen kommt) sind schnell vergessen und die Geisterkinder, die dann und wann unvermittelt durchs Bild laufen oder ihre schmutzigen Hände unterm Bett hervorstrecken, sind zwar bös vernarbt, können aber dank gesofteter Bilder und häufig eingesetzter Farbfilter (um das spärlich fließende Blut dunkel-schwarz erscheinen zu lassen) auch niemanden hinterm Ofen hervorlocken.

Die eine oder andere Kamera-Perspektive (wie jene vom Badezimmerboden zur Badewanne) und ein passender Score aus geheimnisvollen Klängen vermögen zwischendurch zwar eine gewisse Gruselatmosphäre zu erzeugen, was durch die schwache Synchro und die belanglosen Dialoge jedoch gleich wieder zunichte gemacht wird. Ein ebenso schreckliches(?) wie unglaubwürdiges Geheimnis offenbart sich dann nach knapp 70 von 94 Filmminuten, wenn der Pfarrer mit der Wahrheit herausrückt. Obwohl dann der Goregehalt ein wenig ansteigt (die Story allerdings noch weiter verflacht), dürfte bis dahin wohl schon der Großteil des leidgeprüften Horror-Publikums sanft entschlafen sein, denn Evils - Haus der toten Kinder (so der nüchterne-zutreffende und damit schon einiges vorwegnehmende deutsche Titel) hat schlichtweg nichts zu bieten, was das zunehmende Gähnbedürfnis hintanzuhalten vermag.
Handwerklich bestenfalls durchschnittlich krankt diese Horror-Dutzendware vor allem am schwachen Drehbuch, das zum Ende hin immer sinnloser wird - Dark Awakening kann man sich guten Gewissens getrost sparen. 2,6 Punkte.

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