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Dem Titel gemäß bräuchte es noch nicht einmal Figuren, - allenfalls jene, die das Aufeinandertreffen auslösen. Und tatsächlich schafft es Regisseur David Palmieri, nicht eine brauchbare Identifikationsfigur zu liefern. Damit begibt er sich locker unter das Niveau der schwächeren Beiträge von SyFy und Asylum.

Nach einem Unterwasserexperiment rollt ein verheerender Tsunami auf die Westküste zu. Diverse Spezialisten arbeiten in einer Militärstation daran, die drohende Katastrophe abzuwenden und das Problem mit einer drastischen Gegenmaßnahme zu lösen...

Meistens legen die ersten Einstellungen meteorologischer Kapriolen das technische Niveau der Produktion offen und demnach möchte man bereits nach zwei Minuten die Sichtung beenden. Die Riesenwelle sieht so aus, als wären Ausschnitte der Niagarafälle nebeneinander kopiert worden, während im Vordergrund so etwas wie Zigarettenqualm über dem Wasser zu sehen ist, was wohl die Nahtstelle zwischen Meer und Welle kaschieren soll. Dieser sagenhafte Effekt ist gleich mehrfach zu bestaunen, welcher lediglich von einigen Erdbebeneinlagen gegen Ende unterboten wird.

Um die Protagonisten ist es demgegenüber nicht besser bestellt, denn nach endlos vielen Schauplatzwechsel in der Anfangsphase mit vielen Randfiguren und solchen, die gleich wieder unspektakulär verschwinden, wird kein klarer Sympathieträger geboten. Es gibt mehrere Wissenschaftler mit entsprechenden Vorschlägen, einige wortkarge Militärtypen (unter anderem Joe Estevez), Frau Vize-Präsidentin (die eher aussieht wie die Besitzerin einer rauchigen Eckkneipe) und verschiedene Angehörige weiblicher Natur, die sich auf den Straßen einen Weg in wasserferne Zonen bahnen wollen. Hier finden sich tatsächlich anderthalb spannende Einlagen, als jeweils ein Fahrzeug überfallen wird.

Derweil tummeln sich einige hanebüchene Momente, etwa bei einem Live-Interview auf einem Segelboot ganz ohne Mikro, Kopfhörer und billiger Kamera auf dem Stativ oder bei dem Tauchgang eines U-Bootes, welches deutlich als Miniatur auszumachen ist. Dazwischen deutlich als Stock Footage zu erkennendes Material aufgebrachter Menschen in den Straßen und erstaunlich wenig Gerätschaften beim Institut für Sturm-Warnungen.
Überhaupt gleicht sich die minimale Ausstattung der lieblos ausgearbeiteten Geschichte an, denn es wird deutlich mehr um den heißen Brei herum geredet, als selbigen in Form von Action zu servieren.

Entsprechend stellen sich Längen um Längen ein, die billigen Effekte dürften selbst Trashfans nur kurzfristig erfreuen und auch darstellerisch wird allenfalls Soap-Niveau geboten.
Aufheiterungen bleiben gänzlich aus, wenn man mal vom Erdbebeneffekt absieht, bei dem lediglich die Kamera wackelt und pro forma ein kleines Plastikteil zu Boden fällt.
So reißerisch die ganze Aufmachung auch wirken mag, - das Endergebnis ist weniger als ein Sturm im Wasserglas.
2 von 10

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