Matthew Broderick spielt einen jungen Computerfreak, der, im Glauben ein Kriegsspiel zu spielen, russische Raketen auf Amerika schießt. Was er nicht weiß ist, dass diese Informationen die US-Verteidigungszentrale erreichen und, dass sich diese nun von den Russen angegriffen fühlt. Nun liegt es an Broderick das Missverständnis zu klären und einen dritten Weltkrieg zu verhindern.
Obwohl die Computer im Film eher an übergroße Taschenrechner erinnern und "War Games" technisch schon seit Urzeiten veraltet ist, funktioniert der Thriller immer noch beachtlich gut. Denn die Thematik, mit der der Film sich einst beschäftigte, um Computer-Hacker, die ganze Regierungsapparate außer Betrieb setzen, ist immer noch aktuell. Außerdem zeigt der Film ziemlich gut auf, welche Gefahren im Computerzeitalter existieren und wie schnell maschinell gesteuerte Atomwaffen gefährlich werden können. Wie bei vielen Thrillern dieser Art, steht auch diesmal der Ausbruch eines dritten Weltkriegs zwischen Russland und Amerika auf dem Spiel. Diese Idee ist mittlerweile zwar schon so oft verwendet worden, dass man sie eigentlich nicht mehr sehen will, aber kombiniert mit der Handlung um das Amok laufende Computer-System wird es trotz dieser ausgelutschten Handlung stellenweise spannend. Die Charakterkonstruktion ist dabei eher flach, Broderick darf den Helden spielen und sowohl seine Eltern, als auch die Mitarbeiter der Verteidigungszentrale sind leider frei nach dem Klischee gestrickt. Ansonsten gibt es ein paar unvorhersehbare Wendungen und ein spannendes Finale, womit der wesentliche Grundstein für einen gelungenen Thriller gelegt ist.
Nachdem der ursprüngliche Regisseur Martin Brest wegen Differenzen mit dem Studio ausstieg, übernahm Regisseur John Badham, der vorher unter Anderem mit "Dracula" auf sich aufmerksam machen konnte das Ruder. Badham lässt sich am Anfang Zeit, um langsam Spannung aufzubauen und legt im Mittelteil mit dem Erzähltempo deutlich zu, sodass der Film zum Ende hin immer spannender wird. Vor allem beim Finale, bei dem der Ausbruch eines dritten Weltkriegs bevorsteht kann Badham eine gespannte Atmosphäre aufbauen. Die Kulisse und die Requisiten, die 1982 wohl noch modern, vielleicht sogar leicht futuristisch waren, sind leider hoffnungslos veraltet, sind damit aber schon fast wieder ungewollt amüsant. Die Filmmusik steuert ihren Teil zum Aufbau von Spannung bei, da die aufwühlende Spannungsmusik gut gewählt und ordentlich dosiert ist. Nach "War Games" konnte Badham mit weiteren soliden Thrillern wie "Auf die harte Tour" und "Drop Zone" auf sich aufmerksam machen.
Matthew Broderick, der mit "War Games" sein Kinodebüt feiert, spielt ordentlich und zeigt sich vor allem bei den spannenden Szenen mit dem nötigen Ernst. Mit seiner lausbubenhaften Art und seinem sympathischen Charme ist er in seiner Rolle bestens aufgehoben und legt einen gelungenen Grundstein für seine Karriere, in der er unter Anderem mit "Glory" und "Godzilla" auf sich aufmerksam machen konnte. Die übrige Besetzung ist ebenfalls gut.
Fazit:
Obwohl "War Games" technisch schon seit Langem überholt ist, kann er mit seinem guten Hauptdarsteller und einer gespannten Atmosphäre gut unterhalten und stellenweise Spannung aufbauen. Dass das Thema immer noch aktuell ist und die Bedrohung durch computergesteuerte Atomwaffen nicht zurückgegangen ist, zeigt, dass der Film seiner Zeit vielleicht sogar schon ein bisschen voraus war.
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