Anne Marie Chadwick hat es geschafft: Sie hat sich als eine der wenigen Frauen für den wichtigsten Surfwettbewerb, die Surf Rip Masters, qualifiziert. Die Meisterschaft ist für die junge Frau aus armen Verhältnissen eine große Chance, um etwas aus ihren Leben zu machen. Es winkt eine Profi-Karriere. Statt sich jedoch auf den in einer Woche stattfindenden Wettbewerb zu konzentrieren, verliebt sie sich bei ihrem Hotel-Job, den sie zusammen mit ihren Freundinnen Eden und Lena ausübt, in den Football-Spieler Matt Tollman.
Blue Crush kann man getrost in zwei Teile aufsplitten. Einerseits die sportlichen Surfeinlagen auf dem Meer und zum anderen die doch sehr klischeebeladene Love Story an Land, die qualitativ doch ziemlich auseinandergehen. Um das Positive vorweg zu nehmen, die großen Stärken liegen hier im Wellenreiten (und das die schmucken Mädels meist im Bikini unterwegs sind ist sicher auch kein visueller Nachteil). Hier werden tolle Figuren auf die Wellen und die Pipes gezaubert und die Damen sind sogar meist selbst auf dem Board unterwegs. Wer sich generell für den Surfsport interessiert, für den ist Blue Crush beinahe schon ein Pflichtprogramm.
Anders sieht da schon das Rahmenprogramm aus, das mühelos aus einem Handbuch für Sportfilme kopiert werden könnte. Da bekommt die Heldin ein Trauma aus einem Unfall auferlegt, das es zum großen Wettbewerb zu überwinden gilt. Dazu noch die obligatorische Love Story mit einem Footballspieler und der ganze Kappes um die kleine Schwester die mit dem kargen Gehalt einer Putzfrau durchgefüttert werden muß. Mir gings zumindest so, das sobald das ganze menschliche Drama ansetzt, ich mich auf die nächste Surfeinlage gefreut habe. Immerhin kommt der Humor nicht zu kurz, wenn beispielsweise Anne Marie menschlichen Kleiderschränken, auch Footballspieler genannt, versucht das surfen beizubringen mit den zu erwartenden ungeschickten Ergebnissen.
Insgesamt ein knapper Daumen nach oben. Der sportliche Part dominiert allerdings hier deutlich. Klar, die Macher müssen auch eine Geschichte drumherum erzählen, aber hier fiel den Machern nur die übliche 08/15 Story ein, die man schon zigfach gesehen hat. Hier wäre wirklich mehr drin gewesen.
6/10