kurz angerissen*
Eine von Symbolik und Bedeutung geschwängerte Eröffnungsszene bahnt sich edel gefilmt und mit Zeitlupen durchsetzt, in denen Wasser aufgewühlt wird, ihren Weg zum Erwachen. Dazu ein Mann, der mitten in der (Alptraum-) Szene steht und diese unbemerkt von den Beteiligten liest, ohne in die Handlung einzugreifen. Mark Strong sieht sich da in keine neuartige Position versetzt; gerade im Krimigenre, wenn man einem Ermittler eine besondere Gabe zuspricht, wurden schon oft Flashbacks in dieser Weise bebildert.
„Mindscape“ kokettiert mit der Science Fiction, hätte diese aber im Grunde gar nicht nötig gehabt; die Agentur, für die Hauptfigur John Washington arbeitet, trägt die Züge Philip K. Dicks, wird aber letztendlich nicht genügend portraitiert, um einen echten Einfluss auf die Handlung zu nehmen. Was sich anbahnt, sind vielmehr die Strukturen eines altmodischen Paranoiathrillers, bei dem die Vertrauenswürdigkeit einer jeden vorkommenden Figur in Frage steht. In der engen Beziehung zwischen den von Mark Strong und Taissa Farmiga verkörperten Hauptfiguren ergeben sich derweil Parallelen zu „The Sixth Sense“ und damit verbunden auch eine Betonung der Isolation, in der sich Beide gleichermaßen befinden.
Trotz seiner modernen Machart fühlt sich „Mindscape“ geradewegs altmodisch an. Spannung kann er halten, allerdings nur, solange man nicht die Geschehnisse allzu tief reflektiert: Die massive Undurchdachtheit des Drehbuchs gehört zu den größten Schwächen. Rote Heringe werden ausgeworfen, aber nur selten wieder eingefangen, Hintergründe schwach ausgearbeitet, Handlungsstränge widersinnig aufgelöst. Dem ansprechenden Erzähltempo und den ordentlichen Darstellerleistungen wird somit nicht genüge getan.
*weitere Informationen: siehe Profil