Der unehrenhaft aus der Armee entlassene Colonel Baron nimmt mit seinen schwerbewaffneten Männern in Tel Aviv ein Forschungs-Institut für chemische Waffen ein und will mit einem tödlichen Giftgas 500 Millionen Dollar von der israelischen Regierung erpressen. Zur Absicherung hat er zudem mehrere Bomben in Washington, D.C., deponiert, wodurch die Amerikaner ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt werden. Zum Glück ist der Special Forces-Soldat und Sicherheits-Experte der US-Botschaft Sergeant Dutton Hatfield, der Baron und seine Leute unwissentlich vom Flughafen zur Anlage eskortiert hat, immer noch vor Ort und spuckt den Terroristen gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Dr. Allie Levin, die in Israel an einem Antitoxin für das besagte Giftgas werkelt, kräftig in die Suppe... Nach zwei Auftritten auf der großen Leinwand in "Eine perfekte Waffe" und "Geballte Fäuste" hatte es sich für Jeff Speakman mit der Kino-Karriere zwar bereits erledigt, doch als Zugpferd für den Direct-to-Video-Stall Nu Image war er da allemal noch gut genug. Ironischerweise ist "Deadly Takeover" - obwohl augenblicklich als unoriginelles "Stirb Langsam"-Plagiat zu identifizieren - aber doch tatsächlich einer von Speakmans besten Filmen geworden, denn dieser launige Videotheken-Actioner hält doch so einiges auf Lager, was ihn empfehlenswert macht: Nämlich Nonstop-Radau und -Geballer, einen ziemlich soliden Härtefaktor sowie eine als bekannt vorauszusetzende Geschichte, die einen auch nach drei Dosen Bier geistig nicht überfordert... und dazu noch Name-Actor Ron Silver im "Timecop"-Modus in dem Alan Rickman-Part. Das ist alles schon nicht zu verachten, insbesondere, da es aktuell um das Genre ja ziemlich traurig bestellt ist und der Actionfilm an sich ja spätestens seit der Jahrtausendwende und dem Post-"Matrix"-CGI-Overkill mehr oder weniger vor sich hindarbt. Regisseur Rick Avery (im Anschluss übrigens auch bei echten Hollywood-Großproduktionen wie "The Dark Knight" im Stunt-Bereich tätig und aktuell immer noch gut beschäftigt) lässt sich jedenfalls von dem kleineren Produktions-Rahmen nicht ins Bockshorn jagen, sondern ist durchaus bemüht, dem Zuschauer in Sachen Spektakel einen adäquaten Gegenwert für sein Geld zu liefern... und was das angeht, gibt es hier durchaus echte Highlights: Neben einigen beachtlichen Explosionen vor allem eine finale Verfolgungsjagd mit Mini-Bussen durch ein unterirdisches Tunnel-System mit vielen scharfen Kurven, das irgendein Genie mit jeder Menge Fässern zugestellt hat, damit man auch ordentlich wogegen krachen kann. Das 90er Jahre-Starlett Rochelle Swanson, bekannt aus vielen, vielen billigen Erotik-Thrillern mit Shannon Tweed, ist hier in der Rolle der Wissenschaftlerin Allie Levin ungefähr so glaubwürdig wie später Denise Richards in "Die Welt ist nicht genug" oder Tara Reid in "Alone in the Dark", sorgt aber immerhin für einen nicht unerheblichen Eye-Candy-Wert. "Deadly Takeover" ist sicherlich kein Meisterwerk, aber doch ein unterhaltsamer Streifen mit ziemlich eindrucksvoller, handgemachter Action, der insgesamt immer noch auf einem Level ist, von dem heutige "Die Hard"-Rip-Offs wie "The Bridge" oder "G20" nur träumen können. Echt kurios, by the way: Einer der Terroristen wird von Jonathan Sagall gemimt, den man sicherlich noch aus sieben von acht "Eis am Stiel"-Streifen auf dem Schirm haben dürfte... oder halt kurz vorher aus Spielbergs "Schindlers Liste". Was für 'ne Karriere...
7/10