Review

Wenn das Label "Bildstörung" einen Film auf den Markt bringt ist der Name oft Programm. So auch auch bei CLEAN, SHAVEN (oder wie er in Deutsch heißt GLATT RASIERT). Dahinter verbirgt sich allerdings nicht der neueste Erwachsenenfilm, sondern die surreal anmutende Reise durch den Gedankenraum eines verwirrten Mannes Peter Winter (Peter Greene), der aus der Anstalt entlassen wurde und auf der Suche nach seiner Tochter ist.

Dieser Trip ist alles andere als alltäglich von Regisseur Lodge H. Kerrigan umgesetzt worden. Er versucht dies unter anderem durch den Kontrast von ruhigen Landschafts- und Naturbildern zum einen, und störenden Geräuschen, z.B. aus dem Radio zum anderen umzusetzen. Es herrscht ein ständiges Zirpen, Quietschen und Fiepsen im Film vor.

Somit werden wir wie unser Protagonist von den immer ansteigenden Störsignalen immer mehr Sklave seiner Gedanken wird, und wir werden Zeuge dieser Angst und Verunsicherung. Und seiner zwanghaften Suche nach seiner Tochter. Halluzinationen, Paranoia, Geisteskrankheit, Verstörung, Selbstverstümmelung, Übersprungshandlungen oder Schizophrenie sind nur Begriffe, die viel zu kurz greifen um zu beschreiben was wir in CLEAN SHAVEN sehen.

Zuschauer, bei denen diese Mischung ankommt, können sich kaum noch von den hypnotischen Bildern abwenden. Aber Durchhalten ist angesagt, es gibt eine Entspannungspausen oder Momente oder Inseln der Erholung oder Sammlung. CLEAN SHAVEN ist "Full-Frontal" und ein Erlebnis was noch lange nachwirkt und sich üblichen Kategorien erfolgreich entzieht.

8/10 Punkten

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