Review

Es werden für so manchen obskuren B- oder C-Film immer noch beachtliche Feuerwerke unter Fans abgebrannt und manchmal kann ich den Hype darum auch verstehen. Im Fall von „The Demolitionist“ nun aber leider nicht.

In diesem schamlos billigen Rip-Off von „Robocop“ darf sich Ex-Rettungsschwimmerin Nicole Eggert erst in knautschigen Kunstlederklampotten als Undercover-Cop so-gut-wie meucheln lassen, um dann mit allerlei nicht sonderlich sicher aussehenden Anbauten waffentechnischer Natur und einem künstlich erstellten Blutkreislauf als Cyborg mit Sex-Appeal durch die Nacht zu laufen und die bächtig Mösen zu durchlöchern.

Klingt potentiell spaßig, ist es aber nicht, sondern enorm langweilig. Das liegt weniger an Miss Eggerts Unvermögen, so etwas wie eine darstellerische Basis zum Zuschauer aufzubauen, obwohl sie sich alle drei Minuten für eine Viertelstunde in den Peter-Weller-Gedächtinis-Modus begibt. Ob sie nun Rächer oder nicht sein will, hält in ihrer Unentschlossenheit den ganzen Film auf und wenn sie denn „on the rampage“ geht, dann sieht man sie einfach nur endlos Magazine irgendwo hin verpulvern. Im Halbdunkel fallen dann gesichtslosen Käseköppe einfach blutarm um und das war es dann schon. Interessante Shootouts oder Gore – größtenteils Fehlanzeige.

Fast ausschließlich in schlecht ausgeleuchteten Lagerhallen im Stil eines 80er-Jahre-Musikvideos gedreht, geht aber die Trophäe für die schlimmstmögliche darstellerische Unfähigkeit an unser aller geliebten Richard Grieco („Booker“, „21 Jump Street“), der hier wie wild die Grimassentour reitet, damit man ihn auch ja für den namentlich schon heftigen „Mad Dog“ hält – das Ergebnis ist aber ziemlich affig und nicht der ikonenhafte Bösewicht, den er wohl darstellen wollte.
Kurtwood Smith ist Grieco auf jeden Fall schon mal nicht und eine erzählerische Ebene oder Witz gehen dem Film auch total ab. Immerhin, Eggert ist Traum aller Nerds, die auf Chicks with Guns in Leder stehen, aber das ist jetzt nichts, was mein Interesse über 85 Minuten stimulieren könnte. Sie trägt das Outfit ja auch maximal ein Sechstel der Zeit. (3/10)

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