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Ruhige Eltern mit Kind vs. Durchgeknallte Studentenverbindung – das sind die Gegensätze, aus denen amerikanisches Komödienkino geschmiedet wird und die Diskrepanzen zwischen den Figuren sind der bevorzugte Grundstoff.
Mit Seth Rogen hat man dann auch den erfolgreichsten Vertreter der amerikanischen Y-Generation von Komikern gefunden, einen zappeligen gemütlichen und schwer kontrollierbaren Teddybären im Menschengewand, der vor allem dreierlei konsumiert: Frauen, Alkohol und weiche Drogen, allesamt immer noch so heikel in der US-Gesellschaft umgarnt, dass sich daraus grenzüberschreitende Filme machen lassen.

Das ist dann wohl auch der Grund für den überragenden Erfolg dieser doch sehr überschaubaren Komödie zwischen streitenden Nachbarschaftsparteien, die nur dadurch Tiefe gewinnen, dass die Chaoten nach Ernsthaftigkeit und Freundschaft, nach Reife streben und das etablierte Paar gleichzeitig einen Spagat vollführt, einerseits kriegen sie den Arsch wegen akuter Überarbeitung und Gemütlichkeit nicht mehr hoch, andererseits bewundern sie die Jungs nebenan für ihre Noch-Freiheit.

Und so schmeichelt man sich gegenseitig ein, feiert zusammen, begeht ein paar Tabubrüche und liefert so das Material für eine Saalschlacht, bei der jede Seite mal einen Sieg einfährt, um dann immer wieder zurück geschlagen zu werden.

Zac Efron, der den großen Schritt in Richtung „erwachsener Schauspieler“ noch immer nicht hundertpro vollzogen hat, kommt da noch besser weg als Rogen, der sich als permanent labernder Brunstbär geriert, ununterbrochen flache Sex- und Penisjokes absondernd, stetig auf der Suche nach mehr Spaß, mehr Alk, mehr Drogen. Rose Byrne macht eine gute Figur, indem sie einen eigenen, Rogen verwandten Charakter entwickeln darf, nicht nur als ausgleichendes oder meckerndes Element den Konflikt befeuern.

Der Humor dabei ist natürlich wenig subtil, meistens geht es um die typischen Tabubrüche aus Collegefilmen oder eben uns „Ficken“, wobei das pennelerhafte Dauerfeuer darüber, wer es jetzt wem wie hart und heftig besorgen wird, denkende Menschen spätestens nach einer halben Stunde ermüdet. Das gilt auch für zahlreiche Penisjokes (die meistens Studis der Verbindung erscheinen ungemein doof und kaum auf Grundschulniveau), die entweder schmerzhaft verkauft werden oder sich eben um latent homophobe Ängste drehen (anfassen, davon berührt werden, es mit Gewalt in den Mund eingeführt bekommen).

Die strahlendste Gestalt im ganzen Film ist dann auch – in aller Unschuld – Rogens und Byrnes wenige Monate alte Babytochter, die ob des Geweses um sie herum den ganzen Film über nicht einmal weint, sondern das Geschehen mit strahlenden Augen betrachtet – man beneidet sie geradezu um die Unerfahrenheit bzgl der ganzen geschmacksneutralen Witze.

Eine gewisse angestrengte Routine liegt jedoch über allem, man könnte es sogar Abgeklärtheit nennen, denn man hat das alles schon oft gesehen und es gibt Geschmackloseres auf der Skala, insofern liefert man hier brav Material für all die Horden, die bei den Wörtchen Riemen und Loch immer noch Schreikrämpfe kriegen und für ihr Leben gern auch mal auf einer von diesen mutierten Facebookparties gewesen wären, würden sie nicht sowieso nach 60 Minuten meistens mit totalem Filmriss ausscheiden. (5/10)

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