Die menschliche Ausrottung durch Außerirdische steht mal wieder an und wenn man bei vorliegendem Werk anlässlich jeder Parallele zu "Battleship", "Krieg der Welten" und "Independence Day" einen Schnaps trinken würde, wäre die Flasche nach 86 Minuten leer und der nächste Tag gelaufen. Trashfreunden dürfte er auch ohnedem Spaß bereiten, denn das Niveau der Effekte liegt weit über dem, was man von Billigschmieden wie "Asylum" gewohnt ist.
Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 4. Juli laufen auf Hochtouren, als Alienforscherin Cilia merkwürdige Signale auf ihrem Monitor entdeckt, während Feuerwehrmann Pete Zeuge wird, wie sich monströse Bohrer aus der Erde erheben. Drohnen haben derweil weltweit Städte platt gemacht und es ist an Pete, Cilia, zwei Nerds und dem US-Präsidenten persönlich, der Invasion ein Ende zu bereiten...
Vollgas lautet das Motto von Regisseur W.D. Hogan, der die Extraterrestrischen bereits nach wenigen Minuten auf die Matschscheibe pfeffert und seine Protagonisten sogleich in Bewegung setzt. Die wesentlichen Charaktere sind kurz und bündig eingeführt, mal wieder gilt das Klischee des guten US-Präsidenten und des bösen Vize und es ist schon ein großer Zufall, dass Feuerwehrmann Pete der Bruder des Staatsoberhauptes ist, dessen Sohn sich gerade in seiner Obhut befindet. Und auch wenn das Netz zusammenbricht und überall Stromausfälle zu verzeichnen sind, - die Nerds haben auf dem Scheunenboden eine selbstgebaute Internet-Anlage und können binnen weniger Minuten den Server des Pentagons hacken.
Parallel ablaufende Handlungsstränge sind natürlich obligat für eine Geschichte, die eher an ein Katastrophenszenario erinnert als an eine Alieninvasion. Hier die Regierungstypen, dort der mit einem Heli abgestürzte Präsident mit den Nerds und am anderen Ende der Leitung Pete, Cilia und drei Jugendliche, von denen einer vorzeitig das Zeitliche segnet, indem ein Aliensauger endlich mal Amerikas Straßenmüll verschluckt.
Die Effekte bewegen sich dabei auf einem überraschend hohem Niveau, welche sich für ein geschätztes Budget von noch nicht einmal zwei Millionen Dollar absolut sehen lassen können.
Die rasant vorbeirasenden Drohnen in Kugelform bringen einen gewissen Drive ins Spiel und auch wenn die Bohrer an eine Mischung aus "Krieg der Welten" und Baumarktbesuch erinnern, sind diese zweckdienlich ausgestattet, während brennende Orte aus einiger Distanz eben nicht nach billiger CGI aussehen. Insofern ist es vielleicht ganz gut, keine außerirdischen Lebensformen mit billig dargestellten Antlitzen einzubinden, denn es bleibt bei den fliegenden Kugeln.
Auch wenn die Chose am 4. Juli spielt, - einen zweiten "Independence Day" sollte man selbstverständlich nicht erwarten, zumal die Story zuweilen etwas willkürlich gepuzzelt erscheint und jede Logiklücke in Kauf genommen wird, um das Erzähltempo kontinuierlich hoch zu halten. Darstellerisch wird indes brauchbares Niveau abgeliefert, der Score unterstützt zumindest das bewegungsreiche Treiben, nur die stets unsichere Kamera stellt ein deutliches Manko dar, denn sobald Protagonisten in Interaktion gehen, fällt dies primär bei den eigentlich ruhigen Momenten auf.
Ansonsten ein angenehm anspruchsloser Drohnenquatsch mit passablen Effekten, den Genrefreunde eventuell bereits als Hochglanz-Trash empfinden könnten, - im Vergleich zu Produktionen typischer Mockbusterbuden ist er das auf jeden Fall.
6 von 10