Review
von Leimbacher-Mario
Gibt sich noch nichtmal Mühe
Warum ich "Haunt" geguckt habe, weiß ich wahrscheinlich noch nichtmal selbst. Vielleicht weil das fratzige Poster mich angesprochen hat, vielleicht weil Horroroktober ist, vielleicht weil ich ihn immer wieder im Grabbeltisch sehe und er nun gratis zu Streamen war. Oder einfach weil ich nach etlichen Gruselmeisterwerken diesen Monat auch mal wieder einen Stinker sehen wollte, damit ich die guten Vertreter mehr schätze und besser einschätzen kann. So oder so: die Entscheidung habe ich schnell bereut. "Haunt" erzählt von einem Haus mit leichenfleddriger Geschichte, in das nun eine neue Familie einzieht. Der mittlere Spross verknallt sich in das nächste Mädchen, das er im Wald trifft und beide nehmen mit einem alten Kurzwellengerät (?) Kontakt mit den Geistern des Hauses auf...
Ich weiß nicht, was schlimmer war, das Aufregen oder das (beinahe) Einschlafen, doch keins davon spricht für diesen Jumpscare-Blender. Außer ein paar in die Kamera springenden und schreienden Fratzen, gibt es hier wirklich gar nichts zu entdecken. Es wird sich nichtmal Mühe gemacht Atmosphäre oder Spannung aufzubauen. Da ist jede drittklassige Geisterbahn effektiver und spaßiger. Nur die Tonspur dreht auf und über, der Rest ist Murks. "Haunt" ist einer der schwächsten und uninspiriertesten Horrorfilme, die ich in letzter Zeit, vielleicht je gesehen habe. Hier wäre ich mal froh, wenn ich ihn schnell vergesse. Denn er ist wirklich grauenhaft - in der komplett falschen Bedeutung des Wortes. Anfangs wird darauf hingewiesen, dass Haunt auch Tränke oder Sammelbecken heißen kann - wer jedoch hier die Lippen ansetzt, muss mit schwerster Vergiftung rechnen.
Fazit: keinen einzigen Blick wert - Horror von der Stange wäre noch zu positiv, eher zu flach um aus dem Busch zu winken. Außer billigsten JumpScares gibt es hier nichts zu sehen, also bitte weiter gehen.