Linda wird eines Abends von einem mit einer Hockeymaske maskiertem Fremden überfallen, misshandelt und vergewaltigt. Verstört wendet sie sich an die Polizei, weil aber kein Sperma in ihrer Scheide gefunden werden konnte, wird der Fall nur halbherzig bearbeitet. Auch ihr Freund glaubt ihr nicht und spielt die Sache herunter. Mit vier weiteren Opfern des Vergewaltigers gründe Linda ein „Rape Squad“, das Frauen, die von Männern missbraucht oder belästigt werden, helfen soll....
Die Selbstjustizthematik war schon immer ein fester Bestandteil des Rape&Revenge Genres, in diesem Fall wird dieser Komponenten noch deutlich mehr Beachtung geschenkt. Linda, die sich nach ihrer Vergewaltigung von der Polizei und ihrem Freund im Stich gelassen fühlt, sieht rot und nimmt, mit weiteren Opfern des Vergewaltigers, das Gesetzt selbst in die Hand. Gewalt erzeugt nun mal Gegengewalt, was in diesem Film kompromisslos durchgezogen wird. Die Vergewaltigung von Linda ist unglaublich roh und sehr brutal. Sie wird geschlagen und ihre Kleider werden gewaltsam vom Körper gerissen, dazu gibt es noch die sadistischen Kommentare des Vergewaltigers, der mir seiner Hockeymaske und seinem Arbeitsanzug sehr an Jason Voorhees. Rape Squad entstand aber 6 Jahre vor Freitag der 13te. In weiteren Taten schreitet der Vergewaltiger nicht minder brutal zu Werke. Auch die Polizei mit ihren harschen Ermittlungsmethoden und dem Desinteresse den Fall zu lösen sorgt in den ersten 30 Minuten für eine sehr frauenfeindliche Stimmung. Danach wird mehr Wert auf die Selbstjustizthematik gelegt. Die Opfer vereinigen sich zum Rape Squad, setzten sich über das Gesetz hinweg und treten für die Rechte diverser Misshandelter Frauen ein, bis sie im Finale ihrem Peiniger selbst Gegenüberstehen.
Leider hat der Film aber kleiner inhaltliche Schwächen. So ist das Gesicht, dank der Hockeymaske und geschickter Kamerapositionen, des Vergewaltigers ca. ¾ des Films nicht zu sehen, bis es auf einmal ohne ersichtlichen Grund enthüllt wird. Die Anonymität des Täters hätte man durchaus konsequenter durchziehen können. Auch die Polizei wird in ein sehr schlechtes Licht gerückt. Linda wird zwar vergewaltigt, aber da man kein Sperma in ihrer Scheide finden kann (da der gute Mann sicherlich kein Kondom benutzt hat, kann das schon gar nicht möglich sein), wird anfangs vermutet, dass sie sich die Geschichte nur ausgedacht hat und die Ermittlungen nur halbherzig geführt.
Sieht man über diverse kleinere Inhaltliche Schwächen hinweg, handelt es sich bei Rape Squad um einen harten Rape&Ravenge Streifen mit ausgebauter Selbstjustizthematik.
7/10