Die etwas derberen Klopper im Bereich „Rape and Revenge“ entstanden zwar überwiegend Ende der Siebziger, doch erste Gehversuche gab es bereits einige Jahre zuvor. Der Exploitationer von Regisseur Bob Keljan, der drei Jahre später im Team von „Drei Engel für Charlie“ mitwirkte, setzt hier auf eine Mischung aus plumpen Chauvinismus und engagierter Frauenpower.
Linda war eigentlich mit ihrem Freund verabredet, doch an diesem Abend fällt ein Vermummter mit Eishockeymaske über sie her und vergewaltigt sie. Im Polizeirevier trifft sie auf Leidensgenossinnen und man gründet einen Club zur Gegenwehr, bei dem sich immer mehr Frauen melden…
Es mag Zufall sein, doch im selben Jahr, rund zwei Monate zuvor, wurde „Kung Fu Fighting“ von Carl Douglas zum absoluten Sommerhit und anbei wird hier im Verlauf eine Karateka aus dem Hut gezaubert, welche phasenweise die Testosteronheinis in ihre Schranken verweist. Fairerweise muss man allerdings festhalten, dass jene Actionparts nicht sonderlich gut choreographiert und in Szene gesetzt sind.
Bei den sexuellen Übergriffen hält sich die Inszenierung ebenfalls vergleichsweise zurück. Zwar ist hier und da etwas nackte Haut zu sehen und später zelebriert man regelrecht ein Nacktbaden im Whirlpool, doch die penetrante Art des Täters schlägt durchaus bitter auf.
Ein erwähnenswerter Punkt ist die anschließende Aussage bei der Polizei und der durch und durch unsensible Umgang der Zuständigen. Es findet beinahe eine Täter/Opfer-Umkehr statt, welche rasch Gedanken in Richtung Selbstjustiz aufkommen lässt, wobei hier tatsächlich nicht ein Kerl auch nur Ansätze moralisch integeren Verhaltens aufweist.
Folgerichtig schlagen die teils selbstbewussten Damen auch mal wortwörtlich zu: „Wenn wir wiederkommen, werden wir deinen Arsch renovieren, nicht dein Apartment“. Doch auch diesbezüglich fallen eventuelle Racheakte nicht übermäßig explizit aus, obgleich hier und da mal ein wenig Blut zum Vorschein kommt. Zwar fällt der Showdown aufgrund eines verwaisten Settings einigermaßen stimmungsvoll aus, doch es mehren sich einige dumme Verhaltensweisen auf beiden Seiten, - zog man zuvor in der belebten Innenstadt noch zwei Schusswaffen, ist man hier lediglich mit Schlagstöcken ausgestattet – was konstruiert man nicht alles für etwas mehr Suspense.
Darstellerisch ist der Chose nichts anzukreiden, obgleich einige Damen in ihrem Zorn leicht unbeholfen performen. Der Score ist recht sauber abgestimmt und bildet ein typisches Zeitdokument, während ansonsten handwerklich eher unauffällig, jedoch versiert geliefert wird.
Da es hin und wieder ein paar unfreiwillig komische Momente gibt, drückt der Stoff trotz ernsten Grundthemas nicht allzu sehr in die Magengrube, zudem werden die Garstigkeiten nicht über Gebühr ausgeschlachtet. Ein durchaus sehenswerter und kurzweiliger Beitrag des Subgenres.
7 von 10