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Ein nicht ganz so leicht zu verstehendes meteorologisches Konzept ist der Jetstream, welcher enormen Einfluss auf unser Wetter hat. Im weitesten Sinne sind das atmosphärische Windbänder, die in der Troposphäre in bis zu 18 Kilometern Höhe auftreten und ein Ergebnis aus warmer und kalter Luft, Erdrotation und Luftdruck darstellen. Aber warum kompliziert erläutern, wenn es die Macher des gleichnamigen Streifens offenbar selbst nicht so ganz verinnerlicht haben.

Steve arbeitet beim Fernsehen als Wetterfrosch und entdeckt nebenher bei Untersuchungen ein Wetterphänomen, dem er sich bei einer Live-Übertragung ausgesetzt sieht. Ein Tornado fegt fast senkrecht auf den Erdboden, was Steve nur knapp überlebt. Kurz darauf landet er in einer geheimen Forschungsstation der Air-Force, welche offenbar nicht ganz so erfolgreich mit Jetstreams experimentierte...

Regisseur Jeffery Scott Lando hat bislang die meisten seiner billig produzierten Streifen im Horror - und Katastrophenbereich in den Sand gesetzt und macht auch beim vorliegenden TV-Film keine Ausnahme. Zwar versucht er Themen wie Medienkritik, Verschwörungstheorien und eine kleine Romanze unter das große Dach eines Katastrophenszenarios zu packen, doch keines dieser Elemente vermag zu überzeugen, da die Figuren zu schlicht und kaum sympathisch gestrickt sind und die unausgegorene Story zu keiner Zeit Spannung aufkommen lässt.

Hauptfigur Steve soll für seinen Produzenten auf Kurs "der Wettermann dreht durch" gehen und bleibt bei albernen Grimassen hängen, seine Verlobte Angel verhält sich viel zu mütterlich, um mit ihm eine Chemie aufzubauen, während Katastrophenszenen absolute Mangelware darstellen. In London regnet es mal kurz Fische, ein Flieger landet in einem Jetstream und in Bulgarien (wo der Streifen überwiegend gedreht und mit einigen Nebendarstellern besetzt wurde), wird eine horizontale Strömung angedeutet.
Aber von wegen: Ein Ort in Wisconsin ausgelöscht oder (wie es einige falsche Inhaltsangaben ankündigen) eine Brücke wird geplättet, - nichts davon ist zu sehen.

Stattdessen sieht sich Steve einem verantwortlichen Major gegenüber, den man vom ersten Augenblick an nicht ernst nehmen kann, denn der sieht so aus wie eine fleischgewordene Muppet-Figur, ein Tanzbär mit Strubbelfrisur und unrasiertem Kinn, bei dem nicht nur die Uniform auf halb Acht hängt und der in nahezu jeder Einstellung einen Glimmstängel im Mundwinkel hält. Was da unter seinem Kommando fabriziert wurde, um Jetstreams zu einer globalen Bedrohung mutieren zu lassen, wird noch nicht einmal angedeutet, nur etwas später sickert durch, dass Steve an einem Projekt arbeitete, was ein ehemaliger Kollege dem Militär zuschusterte.

So bleibt von den Höhenwinden nicht viel mehr als ein angedeuteter Tornado und zuletzt ein schlecht animiertes Flugzeug innerhalb einiger Turbulenzen, was zumindest final noch ein Minimum an Tempo aufkommen lässt. Ansonsten performen die Mimen durch die Bank schwach, die Effekte sind bis auf ein paar Wolkenbilder billig bis plump ausgefallen und vor allem offenbart sich storytechnisch ein unausgegorener Mischmasch, der zu keiner Zeit fesseln oder gar ordentlich unterhalten kann, da diesbezüglich auch Trashfreunde kaum Momente des Erheiterns vorfinden.
Wenig Action, viel unnötiges Taktieren, null Charme, - der schneidet sogar gegenüber schwachen Produktionen von Syfy schlecht ab.
3 von 10

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