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Der Pilotfilm von Deep Space Nine weißt einige Paralellen zum Piloten von TNG auf. Beide bauen Charaktere aus der Vorgängerserie ein um den Einstieg zu erleichtern, liefern eine vielschichtige Story und erschlagen uns mit übernatürlichen Wesen.

Während bei TNG ein nicht wiederzuerkennender McCoy (circa 150 Jahre alt) herhalten musste, durfte sich der DS9 Commander Benjamin Sisko mit niemand geringerem als Captain Picard angiften. Er macht Picard für den Tot seiner Frau veranwortlich, weil dieser als assimilierter Borg eine verherende Schlacht gegen die Föderation geführt hatte. Als Star Trek Fan weiß man natürlich, das Picard nicht in seinen eigenem Interesse gehandelt hatte. Trotzdem versteht man die Antipatie Siskos. Das macht den Charakter interessanter.

Der TNG-Nebendarsteller Colm Meany aka Miles O'Brien wechselte zu DS9. Daher dürfen wir ihn beobachten, wie er ein letztes Mal auf der Brücke vorbeischaut. Anscheinend hatte die TNG-Crew keine Lust bei dieser Szene mitzuwirken. Also sieht man keinen der Hauptdarsteller auf der Brücke. Selbst der Chefsessel ist fremd besetzt. In der Serie hat (fast?) immer ein Haupdarsteller auf dem Thron gehockt - selbst Doktor Crusher und Counselor Troi durften darauf Platz nehmen. Das macht diese Szene befremdlich und emotional wertlos. Später beamt der Captain O'Brien persönlich von Bord. Wenigstens dieser Abschied ist vernünftig in Szene gesetzt.

Im Piloten gibt es mehrere Storystränge die mehr oder weniger miteinander verknüpft sind. Das ließ mich ermüden und schließlich einschlafen. Das Ende musste ich mir also ein zweites Mal reinziehen. Eine geradlinige Story rund um Sisko, seinen Problemen mit Picard und dem Konflikt mit den Cardassianern hätte völlig gereicht. Stattdessen haben wir es zusätzlich noch mit religös angehauchten Reliquien einer fremden Zivilisation zu tun - Orbs oder Drehkörper genannt; dem Wettrennen um das Wurmloch, Wesen die darin wohnen, einer allgemeinen Flucht der Zivilisten von der Raumstation und dem Angriff der Cardassianer.

Den Teil mit den übernatürlichen Warp-Wesen fand ich ziemlich unpassend. Sisko gibt ihnen reichlich Auskunft über sich und die Menschheit. Zu einem späteren Zeitpunkt in der Serie wäre das sich besser gewesen. Dann kennt und versteht man die Charaktere besser. Die Preisgabe von persönlichen Details und Meinungen hätte dann eher zu einem "Aha, deshalb ist er so" oder ähnlichem geführt. Ähnlich Fehl am Platz fand ich Q beim Pilotfilm von TNG.

In meinen Augen nicht geglückter Start zu einer Serie, die für viele als die beste aller Star Trek-Serien gilt.

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