Art ist nicht gleich Kunst
„All Hallows Eve“ ist ein Horror-Episodenfilm, der die drei Kurzfilme des „Terrifier“-Regisseurs Damien Leone beinhaltet, verbindet, ausstaffiert und ein wenig die Vorgeschichte des gruseligen Killerclowns erzählt. Oder ihn zumindest das erste Mal der Welt vorgestellt hat, bevor „Terrifier“ (zumindest in Genrekreisen) durch die Decke ging und diese Sammlung an „Vorwissen“ stark an Beliebtheit gewann. Eingepackt in eine Halloween-typische Babysitterstory, in dem einem der Kinder eine mysteriöse VHS mit den drei Episoden in den Süßigkeiten-Beutel gesteckt wurde, erzählt die erste Geschichte von einem satanistischen Kult, für den Art, der Killerclown, die Opfer besorgt, der zweite Part von einer bizarren Alieninvasion und der finale Shorty gibt schon wieder Art dem Clown Zeit, Opfer auseinander zu sägen und Angst zu verbreiten...
Video 1 - Arts Teufelsdienst - 5,5/10
Video 2 - Arts Alieninvasion - 3,5/10
Video 3 - Arts Finale - 7/10
Rahmengeschichte - A Babysitters Nightmare - 6/10
Das wären wohl meine Wertungen für diesen bemüht zusammengeschusterten Omnibushorror. Also nicht toll, aber sicher auch nie schlecht. Bis auf die blasse, sehr lahme Alieninvasion, die ist schon deutlich der Tiefpunkt. Ansonsten gefällt mir das. Zumindest oberflächlich. Und ich kann verstehen, warum etliche Fans dieses „Art“-Intro nun gespannt nachholen, nachdem sie eigentlich schon den Hauptgang auf dem Teller und im Mund hatten. Art, der diabolische Killerclown, hat es wirklich in sich, erinnert einen wieder daran, warum die bemalten Spaßmacher oft sehr viel Angst schüren und z.B. seine eiskalte, sprachlose und keine Grenzen kennende, komplett böse Weise, hat man in dieser Drastik schon lange nicht mehr gesehen. Das ist schön 80er! Daher kann man das hier durchaus als (Früh-)Geburt einer neuen Horrorikone bezeichnen. Nicht nur der Score ist angenehm retro, immer wenn Art im Bild ist, ist Gänsehaut angesagt und es geht oft saftig zur Sache. Die letzten Bilder des letzten Tapeabschnitts sind sogar nochmal eine Stufe darüber. Zudem ist die Babysitterin süß und sympathisch und es wird sogar nichtmal vor Kindern halt gemacht. Keine Selbstverständlichkeit in politisch überkorrekten Zeiten. Die etwas verschiedenen Stile, die nicht immer hochklassigen Darsteller und den, wie gesagt, abfallenden Mittelteil, verzeiht man da fast. Das letzte Drittel zeigt eindeutig, wohin die Reise für Regisseur und Teufelsclown noch hingehen sollten und könnten...
Fazit: als schnelle Einführung, Vorbereitung und Zugabe zu „Terrifier“... nett, schmissig, interessant, solide. Ich mag ja auch Horror-Anthologien und Art der Clown frisst Pennywise definitiv zum Frühstück. Aber im Grunde ist das hier nur eine amateurhafte Zusammenfassung der bisherigen Kurzfilme des sympathischen Regisseurs - nicht superb, das würde er glaube ich nichtmal selbst behaupten, aber immerhin eher zur Vervollständigung bestens geeignet. Als Halloween-Appetithäppchen-Platte locker ausreichend.