Fortsetzung der noch jungen Regisseurskarriere von Fung Chi-keung, die mit der Krimi-Dramödie The Bounty (2012) einen recht vielversprechenden Start, hiermit aber scheinbar schon wieder das schnelle Ende all der gesetzten Hoffnungen genommen hat. (2018 folgte noch die musikalische Dramödie Concerto of the Bully.) Fung, der sich bisher mit Nebentätigkeiten im Filmgeschäft und dies aller Arten und Sorten vom Schauspieler über Script Supervisor, Writer und Assistant Director über Wasser gehalten hat, ohne in all der Zeit einen prägnanten Namen zu erschaffen, hatte mit seinem Debüt aus dem Nichts Anregungen und Erwartungen auch für mehr gesetzt. Dort die kleine Hinterlandgeschichte, die intim und persönlich wirkte und dennoch mit Überraschungen im Entertainment gespickt, hier eine handelsübliche Abhandlung über das Showbiz selber und auch so sehr im Fluff des Konventionellen und schönen Schein gesetzt. Ein Märchen im Blitzlichtgewitter, welches im Grunde wie die abgerundete, handzahme, familienfreundliche Variante der On-Screen Satire Vulgaria (2012), oder auch der späte und banale Nachzügler zum Simply Actors (2007) verkleidet ist:
Der eher zwielichtige Schuldeneintreiber Mak Chiu [ Chapman To ] übernimmt mit seine rechten Hand Beefy [ Deep Ng ] mangels Zahlung eine möglicherweise aufblühende Talentschmiede von acht jungen, jeweils nach Ruhm und Karriere strebenden Frauen unterschiedlicher Befähigungen [ u.a. Angela Hui, Jie Zhuang, Christie Chen, Una Xie, Venus Wong, Alice Li ]. Schnell wird sich der angehende Geschäftsmann der mangelnden Fähigkeiten, aber des umso größeren Willens seiner Schützlinge bewusst, und engagiert zur weiteren Vermarktung die frisch geschasste, sich mit heiklen Fällen auskernende Talentmanagerin Suen Mei-mei [ Charlene Choi ], die kurz zuvor über eine öffentlich gewordenen Schwärmerei für ihren früheren Klienten J-Dragon [ Gao Yun-xiang ] gestolpert ist.
Gemeinsam mit Vulgaria, dem Überraschungserfolg in Sachen Dreistigkeit und sexueller Offenherzigkeit im Witz, ist gerade die Besetzung mit Chapman To, die Rückblendenstruktur und das Ansprechen des Publikums mit dem Blick in die Kamera und dem Voice Over als roter Faden erkenntlich. Auch das Milieu und die Zusammenhänge sind ident; in beiden Werken wird das Showgeschäft nur mit Unterstützung und anderweitiger Förderung aus kriminellen, sprich Triadenkreisen subventioniert, steht der große Traum von Erfolg und Karriere trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse immer als Ziel in der Not und wird aus bisher talentlosen und verschwendeten Amateuren obzwar vieler Steine im Weg der Star im Lichtkegel der Unterhaltungsmanege geschaffen.
Der kleine Mann von der Ecke, bzw. der mehr oder minder erfolgslose Unternehmer, der einmal an das Große und Gute glaubt und alles dafür und Alles gegen die Widrigkeiten und Rückschläge im Leben tut; eine grundsolide Basis für dramatisches Auf und Ab, das hier allerdings ohne Schneid, Konter oder gar Knalleffekte präsentiert wird. Das Hervorstechendste am ganzen Film ist noch die Titelsequenz selber, in der auf einem weitverzweigten roten Teppich inmitten im schwarzen und luftleeren Nichts von seinem Hauptdarsteller und Erzähler und somit der Identifikationsfigur stolziert und getanzt wird; Alles andere danach geht den absehbaren Gang in einen besseren Vorabendfilm, den man so nebenbei sicherlich konsumieren kann, aber schnell wieder vergisst und selbst beim Sehen die Aufmerksamkeit am Schwinden ist.
Was auch immer die drei anderen zitierten Arbeiten ausgemacht hat – den Älteren weniger, die beiden Aktuelleren mehr – , verkommt hier nicht nur wegen der Nähe zur Produktionsfirma der Emperor Motion Pictures Limited und ihrem Chairman und Hong Kong Business Magnat Albert Yeung zur einer Marketingattraktion bzw. Aufruf zur 90minütigen Castingshow schlechthin. Oftmals kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass keine Komödie, sondern der Pilot- und Werbefilm einer Girl Band kreiert werden soll; eine Spezialität der Schwestervereinung der Emperor Entertainment Group, die derlei Seichtes Musikantentum mit Nebensächlichkeiten bis hin zur Banalität zur eigenen kommerziellen Kunstform erhoben hat. Dem getreu sind die hier formierten Mädels auch überhaupt nicht einprägsam, nicht unterscheidbar, und fallen, wenn überhaupt, tatsächlich nur durch kurze Kleider, Auftritten im Bikini oder weiteres Zeigen von Cleavage auf.
Selbst wenn dies ironisch, sarkastisch oder sonstwie gemeint sein soll, in der hier gedrosselten, neutralisierten, positiv melodramatisierten Form tritt es nicht deutlich hervor. Die Bilder und die Einrichtungen sind auffallend schick, sowieso bietet die Kamera Hier und Da etwas Gabe für das Auge, wenn schon nicht für das Zwerchfell und auch nicht den Kopf. Als Komödie gesetzt ist die Konzentration eher dem Erfüllen der Wünsche und Träume und weniger dem Suchen und Finden von Pointen und anderen Schlupflöchern aus der Eintönigkeit hin zugewandt. Auch wird der moralische Zeigefinger selbst zuweilen anfangs und bald ständig erhoben, und die Realität grundsätzlich in eine Fantasywelt, also dem der (ehemaligen) Traumfabrik selber und so tagtraumgleich und wie "vom hässliche Entlein zum stolzen Schwan" und seiner bräsigen Analogie verwandelt.