Review

Etwas aufgepeppte Variante von "The Sixth Sense" aus Hongkong.

Story:
Lianmen ist seit ihrem zweiten Lebensjahr blind. Jetzt, mit 20 erhält sie die Chance auf eine Hornhaut-Transplantation. Nach einigen Tagen hat sie ein seltsames Erlebnis: Ein schwarz gekleideter Mann begleitet unter Lianmen's Augen eine alte Frau zum Ausgang. Am nächsten Tag erfährt sie, dass die Frau gestorben ist. Mit der Zeit häufen sich diese Geistererscheinungen und jagen ihr zunehmend Angst ein. Zusammen mit dem Psychologen Wah begibt sie sich auf die Suche nach der Spenderin, um hinter das Geheimnis der mysteriösen Hornhaut zu kommen...

"The Eye" ist ein weiterer Vertreter der Asien-Grusler, und beileibe kein schlechter. Angesiedelt irgendwo zwischen der Gurke "Ring" und dem nach wie vor unangefochtenen Genre-Vorreiter "Ju-On" bietet der Film solide, subtile Gruselkost, die zwar kaum Gänsehautfeeling verbreitet, aber immerhin zu unterhalten weiß und auch recht flott in die Gänge kommt.

Natürlich gibt's auch hier die typischen asiatischen, furchtbar kitschig-melancholischen Füllszenen (unsere Protagonistin beim Geigenspielen im Orchester), die mit der Handlung mehr oder weniger nichts zu tun haben und nur das Tempo unnötig verlangsamen, es hält sich jedoch noch in Grenzen und stört nicht übermäßig.

Die Visionen, die Lianmen plagen, sind durchaus ordentlich in Szene gesetzt und wissen durch die verwaschene Optik zu gefallen. So richtig schocken können die Sequenzen dann aber leider doch nicht. An die genialen Kameraeinstellungen/-fahrten von "Ju-On" mit der nahezu perfekten Atmosphäre kommen sie nicht wirklich ran. Zu harmlos - fast schon mainstreamig - kommen die diversen Gespenster daher. Das alles erinnert stark an den absoluten Oberlangweiler "The Sixth Sense", ist aber zum Glück doch viel spannender Ausgefallen.

Zum Ende hin geht's dann sogar richtig actionmäßig zur Sache, mit reichlich (etwas billig wirkenden) CGI-Explosionen. Das passt zwar nicht unbedingt zum Rest des Films, kann aber schon überzeugen.

Schauspielerisch lässt sich nicht viel kritisieren und auch der Soundtrack kann größtenteils überzeugen, von einigen kitschigen Passagen abgesehen. Etwas lustlos kommt dagegen die deutsche Synchro rüber, die etwas "lebhafter" hätte ausfallen sollen. Eine Katastrophe wie bei "Ring" ist sie aber auch nicht.

Fazit: Gruselstandard der etwas gehobeneren Klasse, nicht mehr und nicht weniger. Kein Highlight wie "Ju-On", aber auch kein Griff ins Klo wie "Ring". Wer auf Blut und derbe Schockeffekte verzichten kann, wird bestens bedient.

6 von 10 Punkten (deutsche Version)
7 von 10 Punkten (Originalversion)

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