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Die Gruselwelle aus Asien reist nicht ab. Nachdem vor allem Japan bereits mit Top-Gruslern alla "Ring", "Ju-On: The Grudge" oder "Dark Water" einen den nächtlichen Schlaf geraubt hat, probiert nun Hongkong mit "The Eye" ähnliches zu vollbringen und hat es bei vielen wohl auch geschafft. Doch bei mir wollte es irgendwie nicht 100% gelingen!

"The Eye" kann im Prinzip mit einer passenden Story aufwarten, die gut in das Asia-Mystery-Kino passt. Es gibt merkwürdige Erscheinungen, seltsame Vorkommnisse und zwei mutige Protagonisten, die diese Merkwürdigkeiten aufklären wollen. Alles schön so, wie man es bei einem Mystery-Schocker erwarten kann.

Auch die Inszenierung der Schockeffekte ist so wie sie sein sollte. Vor allem durch den genialen Score und der perfekten Setzung der Schock-Effekte darf man sich ab und an heftigst erschrecken. Zudem ist die Atmosphäre auch größtenteils wirklich schaurig und dürfte manchem Anfänger schon fast zuviel sein.

Trotzdem kann das ganze Treiben eigentlich nie 100% fesseln, was vor allem an dem vielen Leerlauf liegt, der zwischen den Schockeffekten entsteht. Schon am Anfang braucht der Film ziemlich lange um in Fahrt zu kommen. Die Story wird außerhalb der Gruselszenen eher unbefriedigend fortgesetzt und ist zudem recht "tempolos". Und wenn dann einmal fünf Minuten Spannung und Gänsehaut aufkommen, gehen einem diese Minuten viel zu schnell vorbei und es entsteht wieder besagter Leerlauf. Erst zum Ende hin wird es wirklich mal eine längere Zeit lang richtig spannend, doch das gegebene Ende enttäuscht dann leider wieder.

Und auch die Schauspieler sind hier nicht das Wahre. Allesamt spielen sie recht lustlos und wirken so, als hätten sie Schlaftabletten geschluckt. Zudem sind einige Rollen stark fehlbesetzt, vor allem in Richtung Hauptrolle blickend.

Fazit: Hongkongs Versuch auf die japanische Horror-Welle aufzuspringen gelingt nur bedingt. Zwar stimmen sowohl das Storygerüst, die Atmosphäre, die Inszenierung der Schockeffekte und, vor allem, der Score. Doch leider gibt es insgesamt viel zu wenig davon und es bleibt viel zu viel Platz für uninspirierten Leerlauf. Zudem enttäuschen das Ende und die Schauspieler!
Für einen harmlosen Gruselabend reicht das Ganze zwar aus. Aber einen Stich gegen den genialen "Ring" oder, dem wohl gruseligsten Beitrag der bisherigen Welle, "Ju On: The Grudge" kann "The Eye" leider nicht setzen!

Wertung: 6/10

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