SHOOTFIGHTER
Neben AMERICAN SAMURAI und FIREPOWER ein weiterer Martial Arts-Slasher, welcher seine Kämpfe mit Waffen und blutigen Fatalities zu garnieren versucht…
Shingo (Bolo Yeung) und Lee (Martin Kove) stehen beim Shootfighting-Turnier in Hong Kong kurz vor dem Finalkampf. Lee ist der Überzeugung, dass bei diesem Kampfsport nur der Stärkere überleben darf und so tötet er regelwidrig einen Gegner. Shingo wird zum Champion erklärt, während Lee auf Lebenszeit fürs offizielle Shootfighting gesperrt wird.
Jahre später hat Shingo dem Shootfighting den Rücken zugekehrt und unterrichtet junge Kämpfer, welche einen ehrenvollen und fairen Kampfsport erlernen wollen. Zwei seiner Schüler sind Ruben (William Zabka) und dessen alter Kumpel Nick (Michael Bernardo).
Mittlerweile veranstaltet Lee illegale Shootfighting-Turniere, die ganz nach seinem Motto „Fight to the Death“ ausgetragen werden. Mit einer Stange Geld lockt er Ruben und Nick nach Mexiko, um sie bei den (unblutigen) Vorrundenkämpfen auf den Geschmack zu bringen.
Nick sieht die Sache skeptisch und steigt rechtzeitig aus, während Ruben sich bereits vertraglich für die Teilnahme an den (blutigen) Endrunden verpflichtet hat. Während Ruben im Ring um sein Leben kämpft, machen sich Shingo und Nick auf, um ihren Freund zu befreien. Außerdem hat Shingo noch eine persönliche Angelegenheit mit Lee zu klären…
Ich beginne die Kritik heute mal bei den Darstellern, denn in SHOOTFIGHTER huschen eine Menge genrebekannter Gesichter durchs Bild! Da wäre zuerst einmal Bolo Yeung himself, welcher überraschenderweise mal einen guten Charakter spielt! Er kommt beeindruckend und charismatisch rüber - eigentlich wie immer! Martin Kove zieht hauptsächlich eine finstere Miene - den sadistischen und skrupellosen Bösewicht nimmt man ihm ohne Probleme ab!
William Zabka verwandelt den Film eher in ein Martial Arts-Drama! Er wäre gern ein harter Fighter, zeigt sich im Finale auf Leben und Tod dann aber eher weinerlich! Es kommt sogar so weit, dass sich sein Gegner schlussendlich selber töten muss, um den Kampf zu beenden! Michael Bernardo fällt eigentlich nicht besonders auf! Er spielt recht solide einen Fighter, der aus alten Fehlern gelernt hat und dadurch ein vernünftigerer Mensch geworden ist!
Die Kämpfe haben mich nicht vom Hocker gehauen! Der Fight zwischen Bolo und Joe Son zu Beginn war recht nett; der Bonusfight zwischen „Boa“ und „Buck“ hat auch gut unterhalten! Der Fight zwischen Michael und Hakim Alston war viel zu kurz und wirkte fehl am Platze; das Finale zwischen Bolo und Martin hätte hier noch eine Menge reißen können / müssen…
Das finale Turnier verläuft inkonsequent, da es bereits nach vier Kämpfen abgebrochen wird! Ruben und Nick sollen jetzt gegeneinander antreten, doch wir alle wissen, dass die beiden alten Freunde sowieso nicht wirklich draufhauen und nach ein wenig Rumgeschubse hat sich dieser Kampf dann auch erledigt! Vor allem Bolo hätte von Anfang an mit ins Turnier gehört!
Erwähnenswert wäre noch, dass die berühmt-berüchtigten Fatalities nicht sehr beeindruckend sind - ein AMERICAN SAMURAI geht hier um einiges blutiger und härter zur Sache! Der Soundtrack wiederum ist wirklich sehr gelungen und gehört zum Besten, was in Martial Arts-Filmen dieser Art zu finden ist! Es könnte schon fast ein VaRouje-Soundtrack sein…
Somit bleibt SHOOTFIGHTER ein solider Martial Arts-Slasher mit wenig Schwächen, aber genauso wenig Stärken! Eine Zwischenmahlzeit für Fans von „Auf-die-Fresse“-Filmen…
6/10 Punkten, diBu!