Umberto Lenzi hat ja einen gewissen Ruf als Regisseur, aber wirklich untalentiert kann man ihn nicht nennen, auch wenn das Niveau seiner Beiträge zum Film stark schwankt. Auch "Labyrinth..." ist sicherlich nicht einer seiner besseren Leistungen, aber unter dem Strich durchaus noch zu goutieren.
Wie in allen Giallos geht auch hier ein unbekannter Killer um, der sich vor allem an den Mitgliedern einer Touristengruppe gütlich tut, die gerade Barcelona besucht. Nach erfolgter Erdolchung schnippelt sich der Mörder immer noch einen Augapfel raus und geht dann stiften. Kreisch! Und Aberkreisch!
Selbstverständlich machen sich hier über kurz oder lang alle verdächtig, die noch leben, am allermeisten hängt es aber an John Richardson, der hier Mark heißt und die Reise organisiert hat. Er hat schon einmal sein Frau samt Messer in den Griffeln und beiliegendem Guckerchen besinnungslos am Pool gefunden und die damals Ermeuchelte hatte er widerrechtlich besprungen. Natürlich ist da ein irritierendes Detail, dass ihm einfach nicht ins Gedächtnis kommen will, nicht ehe mindestens die Hälfte der Anwesenden tot ist.
Lenzi ist kein Argento und deswegen beweist er nicht einmal in der subjektiven Killerperspektive Meisterschaft, doch den Standard kann er einigermaßen halten. Trotzdem ist die Storyline so dünn, daß wieder mal Nacktaufnahmen und eine lesbische Beziehung zwischen Fotografin und Model herhalten mußte, um den Stoff notdürftig zu strecken. Wirklich gruselige Details fehlen und eine unheimliche Atmo stellt sich nicht mal in der Geisterbahn ein.
Wirklich ungewöhnlich ist das Fehlen jeglicher Identifikationsfigur, da sich alle verdächtig machen müssen. Selbst das nominelle Hauptrollenpaar Mark und Paulette kommt uns nicht ganz koscher und die Polizei besteht auch nur aus einem rentenfähigen Schwätzer, der einem frisch von der Polizei kommenden Abschlußling dauernd das Wort abschneidet, was dieser sich gefallen läßt. Darüber hinaus sind beide absolut unfähig gezeichnet, was schließlich einen eher unterschätzten Charakter auf der Schlußgeraden in den Mittelpunkt rückt, mit einem relativ unerwarteten Täter darüber hinaus.
Wer alle Giallos sammelt, darf auch hier ruhig ran; alle übrigen dürfen den hier eventuell versäumen, denn das Füllmaterial ist dann doch etwas öde und die dick aufgetragene Mär von der nie anwesenden Ehefrau, die geistig labil sein soll, will auch keiner glauben. Immerhin muß man Marketing danken, daß sie so einen Film mal einem breiteren Publikum zugänglich machen - die sind jedenfalls interessanter, als die billigen TV-Killer- und Asi-Actionfilme, auf die die unabhängigen Firmen immer verstärkter setzen. Bergt Filmperlen! Auch wenn diese hier Fehler hat. (5/10)