Es hat etwas von unsäglichem Größenwahn, einen Film von Paul Tanter auf dem Cover als eine Mischung aus "Stirb Langsam" und "The Raid" anzupreisen. Denn wer bereits Werke des Briten gesichtet hat, muss sich auf inszenatorische Katastrophen und löchrige Drehbücher einstellen.
An Heiligabend sitzt SAS-Elite-Soldat Chris (Tom Benedict Knight) mit Freunden beim Abendessen, als ihn ein Notruf ereilt: Die Tochter des Premierministers wurde von Terroristen unter der Leitung von Holt (Simon Phillips) als Geisel genommen. Kurzerhand tasten sich Chris und sein Team ins fünfzehnstöckige Gebäude vor, in dem Holt und seine Schergen keine Gefangenen machen...
Einige Aspekte wurden natürlich direkt von "Die Hard" übernommen: Weihnachten, Terroristen, Geiselnahme und ein Hochhaus (von dem jedoch lediglich die Tiefgarage zu sehen ist). Erwartungsgemäß fallen die Figurenzeichnungen flach aus, der Held hat nicht ansatzweise das Charisma eines McClane, während der Antagonist zumindest einige Male skrupellos mit der Waffe hantiert, wodurch es zu einem vergleichsweise hohen Bodycount kommt. Von Humor oder gar ironischen Ansätzen fehlt indes jede Spur, während die Dramaturgie unbeholfen vor sich hin dümpelt.
Derweil scheint es, als habe Tanter ein neues Videobearbeitungsprogramm entdeckt, denn die visuellen Verfremdungen werden dermaßen penetrant eingesetzt, dass Zeitlupe, Schwarzweiß-Inserts und Doppelüberblendungen bereits binnen kurzer Zeit nerven.
Das raubt den Drive des zeitweilig bewegungsreichen Treibens komplett und es dauert ohnedies eine Weile, bis nach einigem Taktieren ein wenig Action einsetzt.
Das Setting der Tiefgarage geht okay, doch bis auf ein paar blutige Einschüsse sind maximal drei Einlagen in Richtung Martial Arts zu verzeichnen, allesamt wenig dynamisch in Szene gesetzt. Demgegenüber sieht eine Explosion fast schon okay aus, nur Spannung will eben kaum aufkommen, da die oberflächliche Story erst gar keine Überraschungen zulässt und das Personengefüge doch recht überschaubar bleibt.
An allen Ecken und Enden mangelt es an Dynamik und dem entsprechenden Gespür fürs Timing, darstellerisch überzeugt allenfalls Simon Phillips, während Knight zwar einigermaßen beweglich ist, jedoch null Ausstrahlung mitbringt. Bezeichnenderweise fällt der Score, bestehend aus leichten Beats und eindimensionalen Bässen in sehr leiser Aussteuerung fast gar nicht auf und so fühlen sich die noch nicht einmal 80 Minuten Laufzeit aufgrund vieler unnötiger Szenen wesentlich länger an.
Ausbleibende Schauwerte, Action auf Sparflamme und ein einfallsloses Drehbuch stehen einem annehmbaren Tempo mit weniger Bildverfremdungen und kurzen Gewalteinlagen in der zweiten Hälfte gegenüber, was nicht kaschiert, wie unnötig dieses einfallslose Plagiat insgesamt ausgefallen ist.
3,5 von 10