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Was den B-Fan hier besonders erfreuen dürfte ist, dass Bolo Yeung (Bloodsport, Geballte Ladung) mal bei den Guten mitmischt, wie schon im Vorgänger betreut er als Shingo die beiden Hitzköpfe Nick (Michael Bernardo) und Ruben (William Zabka). Schon mal gute Vorraussetzungen für das Sequel, denn die sympathischen Charaktere des Vorgängers hat man übernommen, allerdings hat "Shootfighter 2" ansonsten nichts mit dem Original gemein. Erfreulicherweise ist man trotzdem auf Augenhöhe, obwohl man diverse Brutalitäten drastisch zurück geschraubt hat. Dies mindert den UNterhaltungswert aber in keinster Weise, denn Kloppe hat "Shootfighter 2" immer noch reichlich zu bieten und auch in Punkto Story hat sich einiges getan.
So bekommt es Shingo hier nicht nur mit einem alten Bekannten zu tun, sondern mit seinem Bruder Lance (Joe Son). Der leitet einen illegalen Shootfight-Ring in Miami und hat jüngst den Sohn von Cop Rawlins (Chade Randolf) ermordet. Nun wendet sich Rawlins an Shingo, Nick und Ruben, die zusammen mit dem Kämpfer Shark (Brett Baxter Clark) ein Team bilden sollen. Doch schnell werden sie enttarnt, Shingo verschwindet spurlos und bald stehen sie den besten Kämpfern von Lance gegenüber.

Die einzig etwas undurchsichtige Person ist der Promoter Eddie (Jorge Gil), bei dem man nicht so recht weiß, auf welcher Seite er steht. Ansonsten erwarten den Zuschauer keine Überraschungen, doch aufgrund des hohen Erzähltempos fällt das nicht so ins Gewicht. Regisseur Paul Ziller (Bloodfist IV, Snakehead Terror) macht seine Sache gut, nebst ist die Kamera bei den Fights immer gut positioniert. Optisch hätte man teilweise ein wenig mehr herausholen können, denn viele Kulissen sind etwas karg und gerade in der Kampfarena hätte man mehr Zuschauer positionieren müssen. Doch man hat sich immerhin die Mühe gemacht, für das Sequel einen eigenen Score zu kreieren, oft wird dieser aus Bequemlichkeit ja vom Original übernommen.
Eine kleine Durststrecke gilt es trotzdem zu überwinden, denn vor dem finalen Turnier hat "Shootfighter 2" einen kurzen Einbruch, gerade die Nebensächlichkeit mit Ruben und der Kellnerin hätte man sich sparen können. Auch stellt sich bald die Frage, warum Lance mit seinen zahlreichen Morden solche Aufmerksamkeit erregt, wenn er doch seinen illegalen Shootfight-Ring geheim halten will.

Aber genügend gemeckert, schließlich sollte man sich um die Königsdisziplin bemühen, nämlich die zahlreichen Zweikämpfe. Insgesamt gesehen wird weniger gekämpft als im Original, aber Ziller hat die Kloppe gut verteilt. Die Choreographien sind hervorragend und auch abwechslungsreich, Yeung darf sein horentes Können erst wieder im Finale beweisen. Bis dorthin gibt es viele Fights mit unterschiedlichen Kampfstilen, gekämpft wird mit- oder ohne Waffe. Das entgültige Niederstrecken des Gegner fällt hier weitaus harmloser aus, manchmal auch nur im Off. Nichtsdestotrotz, die Kämpfe sind hart und toll anzusehen, der Höhepunkt ist natürlich Shingos finaler Eingriff.
Bei den Darsteller ist Durchschnitt angesagt. Bolo Yeung, Michael Bernardo (Tigerkralle, Grid Runners) und William Zabka (High Voltage, Phyton) machen als Kämpfer eine gute Figur, doch an Mimik und Gestik mangelt es. Aber an Joe Son, der mir schon in "Viper" als Fiesling gut gefallen hat, gibt es nichts zu meckern.

Wer schon den drei Jahre zuvor entstandenen "Shootfighter" mochte, braucht hier keine Berührungsängste haben. Es wird etwas weniger gefightet, die Brutalitäten wurden reduziert, aber dafür ist die Story nebst den Charakteren etwas reifer. Gekämpft wird auch hier noch ordentlich, die Choreographien sind auf hohem Niveau und überhaupt weiß dieses Sequel fast lückenlos zu unterhalten.

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