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Nahezu alles, was in den 90ern VHS-Knüller und Prügelfilm war, wurde in irgendeiner Art fortgesetzt. „Shootfighter“ erhielt allerdings nur eine, denn trotz der größtenteils selben Crew treten bereits deutliche Abnutzungserscheinungen in Form eines lieblosen Skripts auf.

Ein FBI-Typ, dessen Sohn im Rahmen eines Untergrundturniers ums Leben kam, sinnt nach Rache gegenüber den Verantwortlichen und infiltriert Shingo (Bolo Yeung), Ruben (William Zabka) und Nick (Michael Bernardo), die bereits Erfahrungen im Kampf um Leben und Tod sammeln konnten. Doch als sie endlich im Ring des fiesen Veranstalters Lance (Joe Son) stehen, ändert dieser kurzerhand die Regeln…

Regisseur Paul Ziller hat inzwischen so ziemlich jedes Genre durch. Er begann mit Action, stieg auf billige Sci-Fi Kost um und landete schließlich bei harmlosen Weihnachtsfilmen. Im Vergleich zum Erstling ist dieser tatsächlich auffallend blutleer ausgefallen, denn in entscheidenden Momenten dreht die Kamera ab oder potenzielle Opfer tun dies. Nichts mehr mit Herz herausreißen oder offenen Brüchen.

Die Figurenzeichnungen setzen die Kenntnisse des Vorgängers voraus, bei dem ein gut funktionierendes Buddy-Gespann nebst Mentor entwickelt wurde. Hier treten die Charaktere auf der Stelle, das Zusammenspiel fällt weitgehend humorlos aus und auch der Neuzugang Shark (Brett Baxter Clark) bringt nicht die notwendige Frische hinein. Eine kurze, jedoch auffallend ungelenk inszenierte Liebesszene mit Zapka untermauert indes die holprig erzählte Geschichte, die teils ungünstig gewichtete Schwerpunkte, einschließlich ausladende Dialogpassagen setzt.

Insofern verpuffen die Krimianteile mehrheitlich im Nichts und auch die Fights folgen kaum einem klaren Konzept. Da treten irgendwelche Kämpfer gegeneinander an, doch selbst die Sieger verschwinden spurlos, wodurch ein Turniermodus erst gar nicht erkennbar ist.
Die Choreo geht jedoch in Ordnung, zuweilen treten skurrile Individuen in den Ring und kauen rohes Fleisch oder trommeln halbe Rituale, bevor der Gegner überhaupt in Erscheinung tritt und zuletzt darf auch Bolo Yeung ein wenig zupacken, Bolognese macht er aber nicht.

Obgleich einige unterschiedliche Kampfstile zur Geltung kommen und die jeweiligen Kämpfer sehr versiert zu Werke gehen, bilden die Fights eben nur einen Teil des Unterfangens, welches unmotiviert vor sich hin dümpelt und mit teils überraschend schlechten Darstellerleistungen aufwartet. Vom simplen, jedoch effektiven Charme des Originals bleibt nicht mehr viel und nur wer auf die geballte Ladung körperlicher Auseinandersetzungen steht, könnte hier einigermaßen fündig werden.
5 von 10

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