In den 1970ern gab es sie noch, diese feinen Suspense-Grusel-Thriller, zu denen zweifelsohne auch Pupi Avatis „The House With The Laughing Windows“ aus dem Jahre 1976 gezählt werden muss. Es wird eine kreative und ideenreiche Geschichte um ein düsteres Geheimnis eines verschlafenen italienischen Inseldorfes erzählt, dessen Bewohner dem Restaurator Stefano ebenso verschroben wie verschwiegen erscheinen. Dieser wiederum scheint, je mehr er sich der hinter dem von ihm zu restaurierenden, morbiden Fresko liegenden Rätsel annimmt, immer mehr von der seltsamen Parallelwelt der Insel gefangen genommen und gerät in einen Strudel aus lebensgefährlicher Faszination und Neugierde, aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt. Je länger und intensiver er an der Oberfläche der zerfallenden Idylle kratzt, desto mehr zerbirst diese. Mit einer Komposition aus sorgsamer Kameraführung, subtiler musikalischer Untermalung und in den richtigen Momenten gesetzten visuellen Akzenten, seien es nun sparsam, aber effektiv eingesetzte blutige Szenen, faszinierende vom Zeichner des Freskos angefertigte Gemälde des Grauens oder beunruhigende, vom Wahnsinn geprägte Rückblenden, entfaltet Avati gekonnt eine unheilsschwangere Atmosphäre. Dabei geht er dramaturgisch langsam und mit Bedacht vor, doch ohne zu langweilen. „The House…“ ist in sich stimmig von der ersten bis zur letzten Minute und belohnt mit einem furiosen Finale für die Konzentration und Geduld des Zuschauers. Suspense-Horror wie diesen muss man heutzutage mit der Lupe suchen. „The House With The Laughing Windows“ spielt in der Liga italienischer Horrorfilme um die Tabellenspitze mit. Umso mehr betrübt es mich, dass keine deutsche Synchronisation, ja nicht einmal deutsche Untertitel vorliegen. Die englischen Untertitel der italienische DVD-Fassung sind mit Schulenglischkenntnissen aber gut verständlich und sollten niemanden davon abhalten, sich diese Perle (mindestens) einmal anzusehen.