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Total überdrehtes und hyper-hysterisches Product Placement in Spielfilmlänge, geschaffen mit feinster Detailcomputerarbeit, die so ausgefeilt und detailgetreu ist, dass man vermutlich jahrelang im Heimkino forschen muss, um wirklich ALLES gesehen zu haben, was gerade im Bild vor sich geht.

Aber, das muss man sagen, „Lego“ hat einen Vorteil gegenüber anderen „Spiel“-Reihen, die es zu Kinoeinsätzen gebracht haben: erstens findet das zugrunde liegende Spielzeug wirklich kreative Anwendung im Film, da die Vielzahl an Lego-Bau-Welten hier auch als filmische Welt eingesetzt wird und zweitens ist das Ergebnis tatsächlich ein wirklich unterhaltsamer Film.

Der Plot ist zwar kein Ausbund an genereller Orginalität, aber immerhin eine so geschickte Parodie auf das Recht auf die „Freiheit des Spielens“ und die Begrüßung kreativer Entropie, dass man den satirischen Klau bei allen möglichen Fantasy- und SF-Quest-Werken und der „Matrix“-Trilogie glatt durchgehen lässt und dabei sogar schmunzeln kann.
Der durchschnittliche Held macht hier wieder auf Identifikationsfigur, das „Auserwählten“-Prinzip wird fröhlich im Filmverlauf durch den Fleischwolf gedreht und das kreative Chaos, jede noch so beknackte Idee in einen Topf zu werden, ist Kernpunkt des kinderfreundlichen Inhalts, bei dem sogar ein komplett ordnungsfixierter Dad (hier ist Will Ferrell in einem Real-Live-Einsatz zu sehen) von dem fantasievollen Wildwuchs überzeugt wird.

Das ist nicht neu und soll auch nicht spektakulär sein, dafür sorgt schon die verfügbare Auswahl an lizensierten Popkultur-, Film- und Comic-Idolen, die in Blöckchenform durch den Film eiern dürfen, allein voran ein Mördernebenrollensondereinsatz von Lego-Batman, der in der deutschen Fassung dann auch gleich die Synchro von Christian Bale verpasst bekam.

Der Witz, der diesem Mischmasch entspringt, ist dabei geradezu sensationell trocken (ich erinnere mich vor allem an die total monoton maunzenden Katzen) und übertrifft sich dabei, die Kritikerstimmen zur Story gleich während des Films niederzuknüppeln (da wäre als Beispiel der weise, blinde Prophet Vitruvius, der Gandalf ähnelt, später im filmeigenen „Wolkenkuckucksheim“ jedoch auf den eigentlichen Gandalf trifft und mit diesem – und auch gleich noch Dumbledore – verwechselt wird).

Das Plädoyer für das Spielen gegen die geistlose Konformität einer streng reglementierten Gesellschaft (komplett mit Anweisungen für das Verhalten daheim und mit einer One-Joke-Dauersitcom zur steten Volksverblödung) ist natürlich eine schöne Sache, würde man damit eben nicht hauptsächlich Werbung für eben wieder eine Spielzeugfirma machen, die eben ihre Produkte verkaufen möchte.

Sofern der Geist aber wach genug geblieben ist, kann man diesen Spaß für Acht- bis Achtzigjährige uneingeschränkt genießen, wären da nicht die furchtbar überladenen und schwer zu überblickenden Actionszenen, in denen die Programmierer sich bis zum Exzess ausgetobt haben. Wem das zu viel wird, der darf sich aber über den stets pointierten Dialog (oder Monolog) perma-amüsieren.
Familienunterhaltung, reiner, klarer Stoff. Mit Schleife! (7/10)

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