Review

Es wurde ein weiterer Teil zur „American Poltergeist“ –Reihe hinzugefügt, welche außer den paranormalen Elementen keinerlei Gemeinsamkeit aufweist. Gut war bis dato noch keiner dieser Filme und Teil 6, welcher bezeichnenderweise zwei Jahre vor Teil drei gedreht wurde, bildet so ziemlich die Talsohle in Sachen Grusel.

Anno 1898 führt Sir Davenport (Kane Hodder) ein erfolgreiches Bordell, wo er auch die junge Alice arbeiten lässt, die sich irgendwann aus Verzweiflung umbringt. In der Jetztzeit hat ein Nachfahre das Anwesen renovieren lassen und feiert zur Einweihung eine Party mit zwei Kumpels und drei engagierten Nutten. Doch der Geist von Alice scheint noch immer in den alten Mauern zu hausen…

Nebendarstellerin Jessica Sonneborn schrieb das Drehbuch und feierte ihr Regiedebüt, - leider ein völlig misslungenes. Die Exposition und einige Rückblenden sind noch einigermaßen überzeugend rübergebracht, wobei Hodder den grimmigen Blick schlichtweg beherrscht, aber auch die Kostüme und Requisiten absolut passend sind. Mit dem Sprung in die Gegenwart folgt rasch Ernüchterung, denn die Mimen performen furchtbar, die Synchro ist mal wieder extrem daneben, jedoch fallen auch die Dialoge unvorstellbar hölzern und realitätsfern aus.

Zudem fehlt eine halbe Stunde lang jede Spur von übersinnlichen Begebenheiten. Es bilden sich Paare, man spielt Billard und trinkt Whiskey, kuschelt ein wenig, bis endlich mal eine Fratze erscheint oder ein Glas umfällt. Vielmehr ereignet sich bis zum Showdown auch nicht mehr, welcher dem Treiben endgültig das Genick bricht. Nachdem offenbar ein, zwei Figuren zu Besessenen werden, endet die Chose letztlich mitten im Geschehen ohne Pointe oder eigentlichem Abschluss, zudem ist nicht klar, wem da was widerfährt. Zwei halbtote Körper, andere bleiben komplett im Off, - Schicksal ungewiss.

Sonneborn fährt alles gegen die Wand: Kaum Spezialeffekte, üble Mimen, einfallslose und ermüdende Geschichte, von Spannung oder gar atmosphärischen Momenten ganz zu schweigen, denn es gelingt ihr zu keiner Zeit, die eigentlich tauglichen Räumlichkeiten in eine gruselige Stimmung zu tauchen. Zwar entwickelt die Kamera ein Faible für Spiegeleinstellungen und Nahaufnahmen, doch dadurch gewinnt das Werk kein Stück und auch Hodder vermag in den zehn Minuten Auftritt nichts zu bewirken, während sämtliche Gewaltakte im Off stattfinden.
Bestenfalls ein Stück für die Tonne.
2,5 von 10

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