Review

Drei richtig gute Regisseure haben sich bereits mit mysteriösen vierrädrigen Vehikeln beschäftigt: Spielberg mit "Duell", Carpenter mit "Christine" und Tarantino mit "Death Proof".
Regieneuling David W. Edwards wollte zudem noch eine apokalyptische Note beisteuern und verzettelt sich maßlos zwischen Leviathan, falschen Predigern und der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Kat streift ziellos durchs Ödland als sie den ehemaligen Rennfahrer Smoke aufgabelt. Schon bald treffen die zwei auf El Buitre (Geier/Aasgeier), einem ebenfalls umherstreifenden Einzelgänger, der auf der Jagd nach einem Phantomauto ist, welches er la muerta blanca, den weißen Tod nennt. Der weiße Schlitten ist für mehrere übernatürliche Ableben verantwortlich, doch kann Kat dem Fremden in Cowboymontur überhaupt trauen?...

Trash mit Tentakeleffekten hätte bei Edwards eventuell noch funktioniert, denn diese sehen von technischer Warte aus betrachtet nicht völlig daneben aus, zumal der Computerhintergrund nicht so deutlich durchschimmert. Den Rest kann er jedoch getrost in seiner Endzeitpfeife rauchen: Schwache Mimen ohne jegliches Charisma sondern zusammenhanglose Philosophien ab, die oberflächlichen Figurenzeichnungen lassen erst gar keine Bindung zu den Protagonisten zu, während Flashbacks in grellen Farben Augenkrebs fördern und den roten Faden zu einem Spinnennetz verweben, aus dem Edwards sich bis heute nicht befreien konnte.

Obwohl, doch. Mit "Nightscape - the self-destroying angel" droht er ja mit einer Fortsetzung, welche uns in Sachen Unterhaltungswert bitte erspart bleiben möge.
Denn selbstverständlich schüren Schauplätze wie austauschbare Highways oder heruntergekommene Diner um die Ecke keinerlei Atmosphäre, natürlich kommt keine Spannung auf, wenn eine mit billigen Homecomputereffekten angereicherte Verfolgungsjagd schlichtweg dilettantisch anmutet und das Drehbuch plötzlich Charaktere verschwinden lässt, welche zuvor noch im ultimativen Fokus standen.

Zu den drei richtig guten Regisseuren dürfte ein David W. Edwards demnach wohl nie gehören, denn dafür hat er sein Debüt als Autor, Regisseur und talentfreier Mime als Pastor zu überdeutlich in den Sand gesetzt. Etwas nackte Haut, spezielle Tretminen und ein nicht gänzlich schlechter, zuweilen jedoch ungünstig ausgesteuerter Score verhindern gerade noch die cineastische Apokalypse, - sollte Edwards seine Drohung in Bild und Ton jedoch umsetzen, möge sie gnadenlos über ihn hinwegfegen...
2 von 10

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