Ein emotional ergreifender Film über die Schrecken des Krieges, wie er Menschen zerstört und zu psychischen und körperlichen Wracks macht. Die industriell-wirtschaftliche Atmosphäre der USA in den 70er Jahre wurde anhand der Kulissen gekonnt eingefangen. Es war das Zeitalter der Fabriken. Der Erzählstil bzw. Drehbuch sind etwas sprunghaft und holprig, die Übergänge teils sehr abrupt. Der Film ist unnötig lange, die gesamte Handlung hätte auch in ca. 90min gepasst. So besteht das erste Drittel des Film im Grunde nur aus Feiern, Freude und Wohlstandsportraitierung. Das hat natürlich seinen Sinn, um einen möglichst extremen Kontrast zu den häßlichen Situationen herzustellen, wäre aber auch kürzer gelungen. Viele Stellen sind sehr ausgedehnt, um dem Zuschauer viel Zeit zu geben, sich in die Charaktere, Situationen und Umgebung einzufühlen. Es genügt auch den Film an einigen Stellen in 1,5-facher Geschwindigkeit anzuschauen. Besonders gelungen sind die Psychoschockerszenen, welche gefangene US-Soldaten zeigen, wie sie von Vietkongs gefoltert werden. An einer Stelle transportiert der Film die tiefergehende Botschaft, jeder der einen eintönigen, langweiligen, gewohnheitsgemäßen Tag verbringt, in Frieden, Wohlstand und Gesundheit müsste sich glücklich schätzen. Das tun jedoch nur wenige. Die Schauspieler haben keine allzu aufwändigen oder anspruchsvollen Sprechtexte, der Film setzt mehr auf Mimik und Körpersprache. Etwas angestaubt, harte Akt- bzw. Szenensprünge, mehrere langweilige Längen - all das drückt das Gesamturteil. Etwa in der Mitte und ca. 10min am Ende wird jedoch extremer Nervenkitzel geboten. Die psychologischen Kriegsfolgen werden gewaltig unterschätzt - viele Überlebende sind seelisch nicht nur schwer gezeichnet, sondern irreparabel traumatisiert und übergeschnappt.
Fazit: Die Psychohorror-Szenen und die illustrierten Langzeit-Resultate daraus sind exzellent und sehenswert, jedoch weite Teile des Filmes sind ziemlich langatmig und eher schnöde. Ein Recut, der alles strafft und kürzt, wäre einen Versuch wert, um dem Problem der Action- und Spannungslücken entgegen zu wirken. (6/10)