Der Kapuzinermönch Medardus verwaltet die Reliquienkammer seines Klosters und findet in diesem eine Flasche aus dem Nachlass des heiligen Antonius vor, in der sich das "Elixier des Teufels" befinden soll. Als er einen Schluck aus der Pulle nimmt, hat das zur Folge, dass die dunklen Abgründe seiner Seele in Gestalt eines Doppelgängers Existenz annehmen, was Medardus noch ziemlich arg in die Bredouille bringen wird. Um einer sich anbahnenden Romanze mit der jungen Baronesse Aurelie den Riegel vorzuschieben, wird Medardus von seinem Prior von Bamberg nach Rom entsandt... doch sein unheimliches Alter Ego folgt ihm auf Schritt und Tritt. Schließlich wird Medardus sogar mehrerer Morde bezichtigt, die er selbst gar nicht begangen hat... oder etwa doch...? Diese Adaption der Roman-Vorlage von E.T.A. Hoffmann - die da schon 160 Jahre auf dem Buckel hatte und deshalb beim besten Willen nicht mehr taufrisch gewesen ist - ist eher ein düsteres Psycho-Drama denn waschechter Horror-Streifen, welches ganz in der Manier des bundesdeutschen Autorenfilms der 1970er Jahre rigoros an den Erwartungen des Publikums als auch weitestgehend an jedwedem Unterhaltungswert vorbeiinszeniert wurde. Okay, als frühe literarische Aufarbeitung einer Art von Persönlichkeitsspaltung inklusive des eingebrachten Doppelgänger-Motivs hat "Die Elixiere des Teufels" sicherlich auch eine gewisse Vorbild-Funktion für Robert Louis Stevensons Novelle "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde", die ja a schon seit ewig und drei Tagen immer wieder regelmäßig verfilmt wird, aber Regisseur Martin Purzer hat da aus dem an sich ganz potenten Stoff sowie dem ungewohnten Setting wirklich nicht viel gemacht. Statt Spannungsmache steht ihm der Sinn eher nach schierem Ausstattungs-Kino, erzählerisch ist das alles recht wirr und nicht gerade auf den Punkt geraten... und mehr als ein wenig zahmer Historien-Grusel (die FSK-Freigabe ab 12 Jahren ist durchaus angemessen) ist hier deshalb auch nicht drin. Schade, irgendwie, denn von der filmisch hochwertigen Machart kann man sich in diesem Fall nicht wirklich was kaufen. Hauptdarsteller Dieter Laser spielt hier übrigens relativ nuanciert auf, lässt seinem Hang zum Overacting noch nicht gänzlich freien Lauf und hat sich selbst 33 Jahre später mit seiner freidrehenden Performance als irrer Dr. Heiter in "The Human Centipede" darum auch ein wesentlich eindringlicheres Denkmal innerhalb des Horror-Genres gesetzt. Ach ja, und um hinter den tieferen Sinn der Angelegenheit zu steigen, benötigt man echt 'ne Interpretationshilfe aus dem Deutschunterricht. Fazit: "Die Elixiere des Teufels" sind offenbar probate Schlafmittel... wer hätte das gedacht?
3/10