Review

Filmische Experimente gibt es nicht allzu viele.
Logisch, sind doch gerade diese Filme, wegen ihren höchst ungewöhnlichen Inszenierungen, doch ein finanzielles Risiko für die Filmemacher, da der übliche Otto-Normal-Verbraucher meist nicht viel damit anfangen kann. Einige Top-Vertreter des Genres sind u.a. der rückwärtslaufende Film "Memento" oder der äußerst harte, ebenfalls umgekehrte Streifen "Irreversibel"!
Auch "Gangster Glam" ist so ein Experiment! Doch ob dies so gelungen ist, darüber kann man sich durchaus streiten!

Auf jeden Fall muss man Regisseur Josh Evans für seinen Mut loben! Er hat einen Film geschaffen, der so derartig fern und fremd von jedweligem, typischen Filmklischee ist, dass man hier eigentlich in keiner Szene von "gewöhnlichem" Filmstoff reden kann. 90 Minuten lang wird man nur so vollgedröhnt mit hastigen Schnitten, ungewöhnlichen Bildern, schrillen Farbgebungen und heftigen visuellen Spielereien. Dabei gibt es zwischendurch auch immer wieder einige (aber wenige) harte Gewalt-, Drogen- und Nacktszenen. Und vor allem Dialoge!

Ohne das auch nur mal 2 Minuten Luft holen kann wird man mit skurrilen, vollkommen durchgeknallten Dialogen nur so überrumpelt. Und hier liegt der Kritikpunkt (aus meiner Sicht)! Denn so ungewöhnlich und schräg sie, teilweise, auch sein mögen, so sinnlos und nervraubend sind sie. Vor allem in den ersten 10 Minuten möchte man nahezu schreiend aus dem Zimmer rennen, um bloß keinen, der sich teilweise auch ständig wiedeholenden Dialoge zu hören. Auch wenn das garantiert so gewollt ist, so ist dies sicher ein hartes Brot und eine echte Geduldsprobe für Jeden!

Und wo der Sinn hinter dem Ganzen steht, will mir auch nicht so ganz einleuchten. Als Abrechnung mit Hollywood wird der Film beschrieben, doch davon kann man eigentlich kaum was spüren. Zwar werden schon irgendwie herzlose Regisseure und Produzenten durch den Kakao gezogen, doch leider nicht unbedingt so, wie man es sich gewünscht hätte.

Positiv sind dagegen wieder die Schauspielerleistungen zu betrachten! Zwar hat Hauptdarsteller William McNamara nicht viel mehr zu tun, außer die Klappe zu halten und merkwürdig durch die Gegend zu stapfen (er ist der Einzige, der im ganzen Film (fast) nichts sagt), doch das macht er dafür ganz gut.
Desweiteren kann Tv-Star Tony Danza als skrupelloser Regisseur überzeugen und auch alle anderen Darsteller können ihre, teilweise sehr schweren, Rollen gut rüberbringen!

Fazit: Handwerklich zwar perfektes, aber doch arg nervenzerrendes Experimentalfilmchen, dass zwar durch seine höchst ungewöhnliche Inszenierung und seine skurrile Machart überzeugen kann, aber durch seine wahre Hölle an Dialogen auch arg an den Nerven zerrt! Wem dialoglastige Filme nichts ausmachen und auf ungewöhnliche Sachen steht, sollte unbedingt mal reinschauen. Otto-Normal-Zuschauer sollten dagegen aber lieber die Finger davon lassen!

Wertung: 6/10

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