Review

Ein Autor mit Schreibblockade (Jude Law) lernt 1968 den Besitzer des heruntergekommenen Grand Hotel Budapest (F. Murray Abraham) kennen. Dieser hat 1932 in den goldenen Jahren des Hotels als Lobby Boy unter dem strengen Gustave (Ralph Fiennes) gearbeitet. Als dieser von seiner greisen Geliebten (Tilda Swinton) ein wertvolles Gemälde erbt, wird er zum Feind ihres Sohnes (Adrien Brody)…

Wes Anderson (geb. 1969 in Huston) schreibt die Drehbücher zu seinen Regiearbeiten „Rushmore“ (1998) und „Die Royal Tenenbaums“ (2001) gemeinsam mit seinem Uni-Kumpel Owen Wilson. Danach ist Anderson ab „Die Tiefseetaucher“ (2004) allein für seine Bücher verantwortlich. Wilson bleibt ihm als Darsteller in allen Filmen, außer dem eher schwachen „Moonrise Kingdom“ (2012) erhalten, begnügt sich im Grand Hotel mit einer kleinen Rolle als Vertretungs-Consierge und ist damit in bester Gesellschaft, denn bei dieser kaum überschaubaren Versammlung von Stars bleibt es für die meisten bei ein, zwei kleinen, meist ziemlich schrägen Auftritten: Tilda Swinton beweist großen Mut zur Hässlichkeit als 84-jährige Erblasserin, ebenso Saoirse Ronan als braves Mädel mit Riesen-Muttermal, Jeff Goldblum ist als steifer Anwalt nach über 3 Jahren endlich wieder im deutschen Kino zu sehen, Harvey Keitel gibt den kahlköpfigen Knastbruder, Willem Dafoe den brutalen Killer und Edward Norton den gutherzigen Offizier. Bill Murray, in allen Wes Anderson-Filmen seit „Rushmore“, spielt einen Hotel-Bediensteten mit weißem Riesenschnauzer und wer genau hinschaut, kann George Clooney als bewaffneten Hotelgast erkennen. Auch etliche deutsche Darsteller sind in dieser vor allem in Babelsberg und Görlitz gedrehten deutsch/amerikanischen Co-Produktion am Start, u.a. Florian Lukas, Volker Michalowski und Matthias Matschke.
Sie alle wirken in einer so einfalls-, wie ereignisreichen Srewball-Komödie mit, wie man sie lange nicht mehr gesehen hat! In quietschbunten Farben blüht der Nonsens, es gibt Monty Python ähnliche Animationen, schräge Kameraeinstellungen, eine absurde Verfolgungsjagd im Stil der Winter-Olympiade und immer wieder unzählige liebevolle Details in diesem großartig ausgestatteten Film. Vielleicht ist das „Grand Hotel Budapest“ nicht Wes Andersons allerbester Film ist, dafür mangelt es ihm an Tenenbaums-Tiefe, das Zeug zum Filmklassiker hat es allemal. (9/10)

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