Traum von einem Hotel
Was für ein traumhafter Film, bei dem ich mich richtig ärgere, ihn im Kino verpasst zu haben. Er hätte die Leinwand in ein Traumland verwandelt & mein Herz wäre aufgegangen. Das ist es aber auch zu Hause schon genug. Ich habe gelacht, gestaunt, mitgefiebert & wusste nie wohin die schwarzhumorige Reise gehen wird - eine große Stärke des Filmes. Neben seiner Schönheit, seinem Charme & seinem Witz. All das, plus einem All Star-Cast aus alten Anderson-Bekannten & neuen Sternen, macht die Reise in eine imaginäre Republik & ein traumhaftes Grand Hotel so sehenswert, erlebenswert, fühlenswert. So sollte Kino sein & nicht anders. Andersons ganz großer Wurf?!
Trotz riesigem, unglaublichem Cast, folgen wir zum Großteil der Geschichte Zeros, dem neuen Lobbyboy des Grand Budapest, & seinem Lehrmeister, Chef & Freund Monsieur Gustave. Der Film enthält bzw. wird erzählt in, wie so oft bei Anderson, mehreren Erzählebenen, Kapiteln, Zeiten. Das trägt zur träumerischen Stimmung & retro-fantastischen Atmosphäre, neben den genialen Kulissen & der exquisiten Ausstattung, gehörig bei. Alle Schauspieler hatten mehr als nur Spaß beim Dreh dieses für mich jetzt schon legendär-großen Kleinodes & der Film fesselt, trotz seiner Grösse, Sprünge, Fantastik.
Man mag einfach die meisten, nein sogar alle (auch die Bösen!), Charakter oder findet zumindest irgendetwas Geniales an ihnen. Kombiniert man das mit cleveren Dialogen & einem Ralph Fiennes, dem man solch ein Comedy-Talent nie zugetraut hätte, dann hat man ohne wenn & aber einen der besten Filme des Jahres. Ein Genuss für Seele & Sinne. Manchmal minimal zu verspielt bzw. in Richtung Slapstick (Schlittenverfolgung z.B.), aber das macht der dann wieder etwas düstere Ton als sonst locker wieder wet. Minimal Stil über Substanz, aber das verzeihe ich dem Epos, welches gegen Ende sogar erstaunlich düstere, realistische, kriegerische & traurige Töne durch SS-ähnliche Besatzer anschlägt. Für mich ist das Traumkino & eine gelungene Flucht, in eine längst vergessene, vergangene goldene Ära.
Fazit: magisches Hotel, magischer Anderson, magischer Cast, magischer Film! Die Sahne auf der Wes Anderson-Filmografie & typisch er. Wer bisher aber kein Fan war, wird es durch das Grand Budapest Hotel aber sicher auch nicht!