Review

„Die sieben Samurai“ ist wohl einer der, wenn nicht sogar DER, bekannteste Film von Japans Meisterregisseur Akira Kurosawa. Dennoch ist auf keinen Fall der Beste, soviel will ich schon einmal vorweg nehmen.
Aber beginnen wir bei der Geschichte. Kurosawa lässt sich viel Zeit um sie in seinem film zu erzählen. Wo andere die Prioritäten wohl eindeutig auf die Schlacht gelegt hätten und das Anheuern der Samurai, das umbauen des Dorfes und das Training der Dorfbewohner ziemlich schnell innerhalb von maximal einer Stunde abgehandelt hätten, gibt Kurosawa der Geschichte und vor allem den Figuren viel Raum um sich zu entwickeln. Bis es denn zum ersten Aufeinandertreffen zwischen Räubern und Samurai kommt gehen auch mehr als eineinhalb Stunden (wenn ich mich recht erinnere, aber bitte nicht drauf festnageln) ins Land.
Das macht den Film für heutige Sehverhältnisse natürlich mächtig langatmig, es sei aber darauf hingewiesen das trotz allem nie irgendwie langweile aufkommt. Das ist wohl auch ein Beweis dafür welche Regietalent Kurosawa war. Müssen heutige Regisseure mit schnellen Schnitten und hektischen Einstellungen zwanghaft versuchen immer möglichst temporeich zu bleiben um ihr Publikum, das es nicht anders von MTViva gewöhnt ist, ja nicht zu langweilen, so schafft Kurosawa das selbe einfach dadurch das sein Werk auch so interessant ist. Es macht nichts wenn mal 2 Minuten lang einfach nur gezeigt wird wie jemand auf einer Wiese liegt oder wir einfach nur aus einer festen Position heraus den Gesprächen der Figuren lauschen. Der Film schafft es auch so mich bei Laune zu halten und mich zu fesseln. Einfach weil die Geschichte und vor allem die Charaktere interessant sind. Letztere sind dann auch Kurosawas große Stärke. Ob man sie hasst oder liebt, ein sind sie nie und zwar flach und langweilig.
Allerdings hat „Die sieben Samurai“ sehr wohl auch einige Schwächen. Die auffälligste war für mich vor allem das teilweise zu übertriebene Schauspiel, besonders was die Mimik von „Hintergrundfiguren“ betrifft. Teilweise glaubt man die Leute kommen frisch weg vom Stummfilm, so übertrieben wie sie ihre Gefühle ausdrücken. So etwas würde man heute wohl totales Overacting nennen.
Und auch die Musik find ich hin und wieder etwas unpassend. Oftmals geht sie irgendwie einfach länger als es nötig wäre. Ein Beispiel: Eine Situation ist noch nicht ganz klar und es kommt dazu passende bedrohlich klingende Musik. So weit völlig richtig, doch leider geht die Musik noch so bedrohlich weiter, wenn sich die Situation längst geklärt hat. Quasi erst mit Verspätung setzt die ruhige Musik ein, wenn bei den Bildern schon längst alles vorbei ist.
Diese und einige andere kleine Makel, wie zum Beispiel auch die ein oder andere Ungereimtheit in der Geschichte (ich sag nur der Überfall auf das Banditenlager), sorgen dafür das „Die sieben Samurai“ für mich doch klar an der Topwertung vorbeischrammeln. Dennoch bleibt es ein erstklassiger Film, der sehr schön zeigt warum Akira Kurosawa in der Welt der Filme ein derart hohes Ansehen genießt und noch Heute als einer der fähigsten seines Faches gilt. Sein bestes Werk ist es aber, wie schon eingangs erwähnt, nicht, aber auf jeden Fall vorne mit dabei.

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