Review

"Hey, sie haben mich zu den Bekloppten gesteckt, nur wegen meinen Haaren."

John Waters' vorsichtiges Andocken an den Mainstream. Eine schräge Teenager-Komödie, angesiedelt im Jahr 1962 in Baltimore. Die Jungs & Mädels sind ganz verrückt nach den neuesten Hits (der Oldie-Soundtrack ist der Hammer!) & tanzen ausgelassen dazu, am liebsten im Fernsehen, in der Corny Collins Show. Wuchtbrumme Tracy Turnblad (Ricki Lake) schafft es dorthin, was nicht jedem gefällt & zu Turbulenzen führt, besonders nachdem sie sich auch für die Aufhebung der Rassentrennung engagiert. Ihre Eltern spielen Divine & Jerry Stiller, ihre beste Freundin gibt Leslie Ann Powers & in weiteren Rollen sind Debbie Harry, Sonny Bono, Ruth Brown, Mink Stole & Pia Zadora zu sehen.

Auch wenn der Film mainstreamig(er) ist, Waters hat sich nicht verbogen. Zwar spart er offensive Geschmacklosigkeiten aus, aber seine Vorliebe für Außenseiter ist offensichtlich, sein Blick auf soziale Verhältnisse ebenso scharf wie auf fieses Bodyshaming & den allgegenwärtigen Rassismus, nicht nur in Form der unsäglichen Rassentrennung. Manches ist überzogen, bei manchem wünscht man, es wäre so. Abgesehen davon besticht der Film mit seiner ansteckenden Energie, der tollen Retro-Optik & der unbändigen Leidenschaft, nicht nur der Heldin, sondern spürbar auch von Seiten der Macher. Und die diversen Frisuren hätten sich eigentlich ihre eigenen haarigen Credits verdient.

7,5/10

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