Die italienisch-deutsche Ko-Produktion aus dem Jahre 1971 gilt als die "Mutter" aller nachfolgenden Polizeifilme italienischer Machart.
Das dieser grimmige, ohne jeglichen Humor gedrehte Klassiker, von Stefano Vanzina stammen soll, ist schon sehr verwunderlich.
Das zeigt, das italienische Genre-Regisseure jederzeit in verschiedenen Genres erstklassige Leistungen abliefern können. Denn Vanzina ist ein Komödienspezialist, der diese Filme unter sein Kürzel "Steno" abgedreht hat.
Nach "Das Syndikat" aka "La Polizia Ringrazia"(Die Polizei bedankt sich) drehte er die Plattfuss-Filme mit Bud Spencer.
Für die Hauptrolle konnte der vom Theater kommende Enrico Maria Salerno gewonnen werden, der in Italien die Synchronstimme von Clint Eastwood in der Dollar-Triologie war.
Seine schauspielerische Leistung in diesem Film ist hervorragend und man nimmt ihm jederzeit die Rolle des bärbeißigen Commissarios ab. Er verkörpert eine Seriösität, die seinen "Nachfolgern", wie z.B. Maurizio Merli völlig abgeht, was ich trotzdem auch zu schätzen weiß.
Aber auch die Nebendarsteller sind hervorragend:
Mariangela Melato als linke Journalistin; der Ire Cyril Cusack als ehemaliger Polizeipräsident; Laura Belli als Geisel; Franco Fabrizi als schmieriger Ganove oder auch Corrado Gaipa als linkischer Anwalt und natürlich Mario Adorf, als prinzipientreuer Staatsanwalt.
Die Überraschung ist für mich ganz klar Jürgen Drews, der den Kriminellen Michele durchaus überzeugend darstellt.
Die technische Machart des Films kann ebenfalls überzeugen -
dafür steht schon der Name Riccardo Pallottini, bis zu seinem Tod Stammkameramann von Antonio Margheriti.
Hervorragend ist ebenfalls der pulsierende Soundtrack von Stelvio Cipriani, der den Film seine Atmosphäre verleiht.
Der Hammer und ein Schlag in die Magengrube ist das Ende, das wirklich nicht zu erwarten ist...
Fazit: Der erste und eine der allerbesten Poliziescos !!