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Es bietet sich immer wieder an, Nazis für alles Übel der Welt verantwortlich zu machen, vor allem, wenn es um dubiose Erfindungen, dämonische Kräfte und alte Flüche geht.
Filmemacher Dennis Devine lässt in seinen Werken zwar überwiegend nett aussehende Damen agieren, nur können diese rein gar nicht schauspielern.

Dawn soll einer Schwesternschaft beitreten, doch bis zum entscheidenden Schritt soll als Unterkunft die Fluchtbehausung eines Nazis herhalten. Während einer mehr oder minder feucht-fröhlichen Party geht eine Gestalt mit Gasmaske und Machete um…

Bereits seit 1989 fabriziert Devine Filme, doch bislang war das ausschließlich amateurhafter Schrott, was sich mit vorliegendem Machwerk keinen Deut ändert. Die Mimen definieren den begriff Overacting neu, der Schnitt ist katastrophal, die Dialoge durch die Bank debil und die unpassende Synchro gießt nur noch mehr Öl ins Feuer des geballten Unvermögens.

Die Exposition von 1945 mit zwei bösen Nazischergen und einem Folterpaar geht fast noch in Ordnung, doch als man die Studentinnen erblickt, wähnt man sich eher in einem Softporno denn im Horrormetier. Zwar wird ein wenig nackte Haut präsentiert, doch das Gelaber um Typen, Dawns phasenweise Degradierung als Hund am Halsband und das zickenhafte Getue sorgen nicht gerade für Unterhaltung, sondern erhöhen den ohnehin nicht unerheblichen Nervfaktor.

Bis der Killer endlich zur Tat schreitet, sind bereits die letzten zwanzig Minuten eingeläutet, doch auch diesbezüglich stellt sich null Spannung ein, da Devine weder ein Gespür fürs Timing hat, noch in der Lage ist, auch nur einen Gewalteffekt glaubhaft in Szene zu setzen. So müssen beim mehrfachen Zustechen mit einer Machete einige Blutstriemen ohne Wunden ausreichen, teils geht die Kamera bewusst aus dem Fokus, während andere Figuren ohne Wirken des Killers von der Bildfläche verschwinden.

Dazwischen sollen Comicsounds und Pupswitze den Humorfaktor erhöhen, was allenfalls Kopfschütteln generiert. Eher schnellt der Ekelfaktor beim Erscheinen des ekeligen Hausmeisters in die Höhe, während die Doppeldeutigkeit des Titels natürlich unpointiert bleibt. Auch das Ende setzt relativ plötzlich ein, was zu dem undurchdachten, einschläfernden Drehbuch passt.

Manche Filmemacher scheinen nicht von dieser Filmwelt zu sein, reflektieren offenbar gar nicht oder meinen, mit ihrer speziellen Art von C-Trash Kult-Status zu erreichen.
„Nazi Dawn“ gehört zu der Kategorie nervig und peinlich, denn hier amüsiert nichts, sondern ödet nur an. Ein klarer Fall für die Tonne.
Knapp
2 von 10

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