Review

Es gibt Filme, die sind schlecht und es gibt Filme, die sind katastrophal schlecht. Eine noch weiter darunter liegende Kategorisierung müßte noch benannt werden, denn der vorliegende Streifen gehört zweifellos dazu: Nazi Dawn, ein viertklassiger Amateur-Trash-Zusammenschnitt vager Ideen einer "Story" mit teilweise frei improvisierten Dialogen von frisch von der Strasse gecasteten "Darstellern" hinterläßt beim Zuschauer nur noch Kopfschütteln.

Das, was dargestellt werden soll, läßt sich nach objektiver(!) Prüfung etwa so zusammenfassen, daß 6 College-Mädels ein neues Mitglied mit dem Namen Dawn aufnehmen sollen, welche ein Nachfahre irgendeines Nazi-Folterers ist. Dawns Familie (die man übrigens nie sieht) hat ein Anwesen mit Garten in der Nähe von L.A., in dem die College-Mädels eine Party feiern wollen - also fährt man zu siebt dorthin. Daß zu einer Party auch Jungs gehören, vergessen sie fast, nur zwei neugierige Burschen aus der Nachbarschaft gesellen sich hinzu. Außerdem taucht noch eine geisteskranke Mutter mit ihrem jugendlichen Sohn auf. Letzterer entdeckt abends in einem Gartenhaus eine Werkzeugkiste mit Hakenkreuzaufkleber und öffnet diese, wodurch der Geist des Nazi-Folterers in ihn fährt - fortan läuft er in einer Art Feuerwehr-Uniform mit Gasmaske herum und tötet mit einer kleinen Baumarkt-Machete die Gäste. Später fährt der böse Geist in Dawn - das ist, nüchtern umschrieben, der schmale Inhalt.

Man merkt dem "Film" in jeder Szene das fehlende Budget und die miserable Schnitttechnik an, die wenigen blutigen Szenen werden mit stümperhaften Gegenschnitten auf meist vollgespritze T-Shirts ohne Löcher oder Wunden absolviert, die Drehorte sind ein Ferienhaus mit Garten, eine Studentenbude und ein Van. Um die etwas über 80 Minuten vollzubekommen, wird auch reichlich Stock Footage verwendet, so gibt es Panoramaaufnahmen einer grünen Landschaft, die die Fahrt zum Ferienhaus darstellen sollen oder auch Aufnahmen einer Schlange, die eins der Mädels in den Popo beißt. Die 7 Darstellerinnen verhalten sich von verrückt bis lüstern, meistens jedoch klischeehaft blöd, und über die wenigen Herren die da auftauchen, (ein jugendlicher Spanner, ein 200-Kilo-Mann oder auch ein schmieriger Hausmeister) braucht man ebenfalls keine Worte verlieren. Der verkaufsfördernde Nazi-Klimbim besteht aus einer Armbinde, ein paar Aufklebern und Ansteckern sowie ein paar kleineren Reichsadler- und Hitler-Bildern, die neben grünen Luftballons auf einem Tisch im Wohnzimmer stehen. Ein Knebel, der nur über den Mund gelegt ist, Fesseln, die erkennbar nicht richtig sitzen, billigste Blaufilter zur Darstellung eines "Geists" wären aus der langen Liste der unpassenden und improvisierten Requisiten stellvertretend auch noch zu nennen. Die möchtegern-lustigen Dialoge, die noch dazu schlecht synchronisiert sind, runden das Bild ab. Einige wenige voyeuristische Kameraposen lockern diesen Mist auch nicht mehr auf und daß die Mädels zumindest nicht häßlich sind mag als allereinzigstes nicht-negatives Attribut für Nazi Dawn gelten. Insgesamt unterirdisch schlecht, reine Zeitverschwendung. 1 Punkt.

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