In meinen nächsten Reviews will ich mich ausführlich dem philippienischen Filmemacher Eddie Romero zuwenden - es sei denn, Ihr verlangt eine ausführliche Rezession von "Saw V" von mir *lol*... Anyway: Mr. Romero (mit George A. weder verwandt noch verschwägert) war über viele Jahre hinweg maßgeblich verantwortlich für Exploitation-Klassiker wie "Frauen in Ketten" oder "The Big Doll House" - ob nun als Regisseur oder als Produzent. Mit dem gelungenen "Blood Creature" hat er (als Producer) sowohl den ersten philippienischen Horrorfilm abgeliefert als auch den Grundstein für die spätere Blood Island-Trilogie gelegt...
Die Story handelt von einem Schiffbrüchigen, der als einziger Überlebender auf Blood Island strandet. Dort ist ein Wissenschaftler namens Dr. Girard dabei, eine eigene Kreatur zu züchten - halb Mensch, halb Panther. Wie in etlichen anderen Streifen auch, bückst das Vieh irgendwann mal aus und killt jeden, der sich ihm in den Weg stellt...
"Blood Creature" ist im besten Sinne eine Mischung aus dem altbewährten Frankenstein-Thema, "Die Insel des Dr. Moreau" (H.G. Welles) bzw. die philippienische Version von "Das Monster aus der schwarzen Lagune" (Jack Arnold). Der Streifen ist ein typisches Drive In-Movie nach amerikanischen Vorbild, besitzt aber genügend stilistische Feinheiten, um auch als eigenständiger Film zu überzeugen. So gefällt zum Beispiel die gelungene schwarz/weiß-Fotographie, die schöne Gruselatmosphäre erzeugt, ohne dass das Werk gleich zu blutig oder actiongeladen ist. Auch ist der Katzen-Mensch überaus gelungen. Zwar sieht man die ganze Kreatur erst gegen Ende, doch sind die Make-Up-Effekte überaus sehenswert und brauchen sich vor dem heutigen Standard nicht zu verstecken. Lustiges Detail am Rande: in einer OP-Szene wird der Zuschauer per Alarmglocke darauf hingewiesen, dass demnächst einpaar eklige Details (nicht wirklich!) zu sehen sein werden...
Auch schauspielerisch gibt es keine Ausfälle zu vermelden. Die auffälligste Erscheinung ist natürlich die hübsche Greta Thyssen, Miss Dänemark von 1952, die auch schon als Double für Marilyn Monroe gearbeitet hat.
Fazit: Nicht nur die Amerikaner, auch andere Länder konnten gute Gruselfilme produzieren, ohne trashig zu wirken. Mag sein, dass "Blood Creature" für manche Leute einfach zu langweilig ist - ich persönlich fand ihn sehr stylish gemacht und atmosphärisch gelungen. Deshalb 8 von 10 Punkten - ohne wenn und aber!