[Anmerkung der OFDb-Redaktion: Diese Filmbesprechung entspricht mit ihrer Leugnung des Rassismus nicht dem gegenwärtigen Forschungsstand zu Carl Peters.]
Peinlich pathetische Propaganda
In diesem Film geht es um die Aktivitäten von Carl Peters in Afrika. Er hat versucht, in Afrika für Deutschland Kolonien zu erobern.
Anders als in diesem Film dargestellt hat sich Bismarck übrigens mit Händen und Füßen gegen solche Unternehmungen gewehrt. Aus gutem Grund: Die besten Kolonien waren schon weg (England, Frankreich, Belgien). In die restlichen kam man ohne Erlaubnis der umliegenden Kolonialstaaten weder rein noch raus. Und darum ist das den ganzen Ärger nicht wert.
Wilhelm II - der als politischer Visionär eher umstritten ist (um es mal vorsichtig zu formulieren) - hat anders entschieden und Carl Peters bei seinen Unternehmungen unterstützt.
Was dann in Afrika passiert ist, weicht ein wenig von der offiziellen Geschichtsschreibung ab.
Carl Peters hat sich nämlich ein Eingeborenen-Mädel als Geliebte ausgesucht. Irgendwann ist sie dann mit einem anderen ins Bett gestiegen. Darauf hat Carl Peters seine Befehlsgewalt benutzt, um die beiden ermorden zu lassen.
Das provozierte Attacken, bzw. einen Aufstand des Stammes der Tschagga, der von den Deutschen niedergekämpft wurde.
Diese Ereigniskette macht Carl Peters zwar nicht zum "Schlächter von Afrika", wie ihn uns die Sozi-Propaganda verkaufen will. Es macht ihn allerdings auch nicht zum mißverstandenen deutschen Helden, wie ihn die Nazi-Propaganda in diesem Film darstellt.
Im Prinzip ist dieser Film also genauso frech-verlogen, wie die heutige Version der Ereignisse.
Lohnt sich ein Kauf?
Man kann den Film ohnehin nicht kaufen, aber es gibt ihm in WWW. Und kostenlos kann man ihn schon mal anschauen. Schon, um drüber zu staunen, was die Leute so alles glauben, wenn man es ihnen nur oft genug erzählt.
Davon mal abgesehen ist Carl Peters unter den zahlreichen Nazi-Propagandafilmen einer der schwächeren und lohnt sich als Film eigentlich nur wegen Hans Albers, der den Carl Peters spielt.
PS: Daß Carl Peters am Ende durch eine politische Intrige zu Fall gebracht wurde, ist übrigens eine historische Tatsache und auch schon so ziemlich das Einzige, was in diesem Film nicht anzuzweifeln ist.