kurz angerissen*
Eine gigantomane, weit ausholende Buchverfilmung, deren nur mäßig gelungener und vor allem bei der historischen Zuordnung oft schlampiger Bildungsanspruch zwar beachtet, aber nicht überbewertet werden sollte. Dank der opulenten Ausstattung und des epischen Erzählzeitraums eignet sich die Adaption von Philipp Stölzl immerhin endlich mal wieder für einen brauchbaren Monumentalfilm im orientalischen Ambiente. Kostüme, Soundtrack und Spannungsmechanismen lassen ohnehin eher den Eindruck oberflächlicher Unterhaltung aufkeimen, weniger einen solchen trockener Wissensvermittlung. Die frühe Erkundung der Medizin und ihr Konflikt mit der Religion werden auf reinste Abenteuerspannung heruntergebrochen, insofern auch die Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen Religion und Wissenschaft gegenüber heutigen Verhältnissen betont wird. Stellan Skarsgard und Ben Kingsley spielen ihre standardisierten Rollen markant wie eh und je, Tom Payne gibt ein akzeptables, eher unauffälliges Hauptrollendebüt, auch weil er von der Opulenz der Kulisse praktisch erschlagen wird.
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