Review

Löwenrudeljubeltrubel

Einen eher vergessenen Tierthriller mit afrikanischem Setting und hitziger Attitüde haben wir hier, wenn in "Savage Harvest" eine reiche, weiße Familie in Afrika von einem hungrigen und sich ungewöhnlich fies verhaltenden Löwenrudel umzingelt wird...

Keine Mähne und Mühe gescheut!

Sowohl rassistisch als auch tierschützerisch schwingt bei "Savage Harvest" immer ein etwas madiger Beigeschmack mit. Nicht wie in "Roar", aber wenn man mal auf die Hautfarbe der meisten Opfer und einige bedenkliche Szenen mit den erhabenen Tieren guckt, kommt man nicht umher sich zu fragen, ob da alles mit rechten Dingen ablief. Heutzutage so sicher nicht mehr denkbar. Sei's drum, geschehen ist geschehen, war alles mal. Ein Kind seiner Zeit. Als Tierterrorschinken ist "Savage Harvest" jedenfalls gar nicht übel. Die afrikanischen Drehorte spürt man, die echten vielen Löwen geben Gänsehaut und Respekt, es gibt einige echt packende Sequenzen. Der auditive Terror der Bestien (und damit meine ich nicht nur das Beatles-Karaoke der weißen Familie!) ist auch nicht zu verachten. Ich glaube, der lief früher mal im TV und war dann lange verschollen, weshalb einige ihn vielleicht noch spannender, schockierender und rosiger in kindlicher Erinnerung haben als er eh schon ist. Aber "Savage Harvest" ist definitiv ein Wildgeschoss, das Fans von handgemachtem und exotischerem Tierhorror dieser Zeit nicht links liegen lassen sollten. Er hat ungemütliche Vibes. Er wirkt wenig fantastisch. Intensiv und irritierend. Er hat territoriale, umweltliche, gesellschaftliche und koloniale (!) Untertöne. Wenn auch nicht immer die (politisch) korrekten. Allerhand. Wird Zeit für eine Wiedergeburt in High Definition.

Fazit: eigentlich ganz schwitziger, solider Tierterror mit aggressiv-afrikanischer Aura und staubig-saftigem Beigeschmack... Unbekannt (?) und nicht übel. 

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