Aufgrund einer lang anhaltenden Dürre-Periode im kenianischen Hinterland gehen den umherstreifenden Wildkatzen die Beutetiere aus. Auf der Suche nach Nahrung verlieren die Löwen-Rudel nun auch ihre Scheu vor den Menschen und bald darauf gibt es die ersten zerfleischten Opfer zu beklagen. Als der Jäger Casey Latimer von den Vorfällen erfährt, ahnt er bereits, dass die Familie seiner Ex-Frau Maggie, die sich gerade auf ihrer abgelegenen Farm mitten in der Savanne befindet, in großer Gefahr schwebt. Und er soll recht behalten: Kurz nach seiner Ankunft machen sich die hungrigen Raubtiere zuerst über das schwarze Personal her, belagern dann die Bude und finden auch bald schon einen Weg hinein ins Haus... Es gibt exakt zwei Dinge, die dieser hanebüchene Tierhorror-Streifen auf der Haben-Seite für sich verbuchen kann: Zunächst mal einen gut aufgelegten und immer gern gesehenen Tom Skerritt in der Hauptrolle, der gerade noch auf der Nostromo das "Alien" am Hacken hatte und es hier nun auf dem schwarzen Kontinent mit einer weitaus irdischeren Bedrohung für Leib und Leben zu tun bekommt... und dann natürlich die realistisch in Szene gesetzten Raubtier-Attacken, die durchaus mit ein paar fies-blutigen Details aufwarten und die da dank der echten Großkatzen, die sich da vor der Kamera tummeln, auch mehr hermachen als heutzutage ein CGI-Alligator oder irgendwelches anderes Getier aus dem Rechner! Okay, die Massen-Szenen mit den Löwen lassen einem hier nicht annähernd die Haare so derartig zu Berge stehen, wie es die Gesamtheit des ebenfalls 1981 in die Kinos gekommenen "Roar - Ein wüstes Abenteuer" vermocht hatte... aber das auch nur deshalb, weil "Gefangene der Bestien" in seiner Machart nicht annähernd so geisteskrank ist wie dieser und man zumindest immerzu das Gefühl hat, dass während des Drehs die Sicherheit am Set groß - oder zumindest größer - geschrieben wurde. Das ist dann aber auch gerade schon alles, was einen an diesem ansonsten von Robert Collins leider viel zu unbeteiligt inszenierten und zu allem Überfluss auch noch mit melodramatischen Soap-Opera-Elementen überfrachteten Horrorfilmchen interessieren könnte, auch wenn man dem Ganzen durchaus zugestehen kann, zumindest filmhistorisch so eine Art unvollständige Blaupause für nachfolgende Löwen-Schocker von "Der Geist und die Dunkelheit" bis hin zu jüngst erst einem "Beast - Jäger ohne Gnade" zu sein. Besonders packend ist das Ganze leider nicht geraten und die Zeit zwischen den Fress-Szenen wird da mit viel banalem Gelaber gefüllt, das einen eher zum sanften Einschlummern animiert als zum Fingernägel-Knabbern. Immer dann, wenn keine Löwen im Bild zu sehen sind, geht "Gefangene der Bestien" also heftig die Puste aus und selbst das Finale markiert da keinen echten dramaturgischen Höhepunkt mehr, sondern gerät zum reinsten Antiklimax mit eingeblendeter Texttafel, die nochmal nachträglich versucht, den Wahrheitsgehalt des gerade Gesehenen zu untermauern. Stattdessen hätte Richard Collins wohl besser daran getan, im Vorfeld ein wenig an der Spannungs-Schraube zu drehen und dafür so manchen nervigen, hysterischen Anfall der Schauspiel-Bagage unter den Tisch fallen zu lassen. Nun ja... halt mal wieder alles für die Katz'...
4/10