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Vier junge Studenten wollen ihren Professor in einer Waldhütte besuchen, doch als sie dort ankommen, ist diese zerstört. Ein etwas seltsam wirkender Sheriff rät ihnen diesen Ort zu verlassen, doch zuvor suchen sie Zuflucht in einer Hölle und finden ein mächtiges Buch, das Necronomicon. Schon bald werden sie von grossen Ungetümen und Monstern attackiert und Dämonen scheinen sich in den Körpern der Studenten zu manifestieren.

Was erwartet man bloss von einem Film, der im deutschen Titel liebevoll "Harry und der Zauberring" geschimpft wird und dabei noch als Vorbild für "Tanz der Teufel" wirbt. Freilich erwartet man dabei natürlich nichts oder eben verdammt viel, denn Harry und sein Ringchen klingt erstmal nach kindhaften Zaubererlehrlingen in einer Fantasywelt. Und wenn wir dann den englischen Originaltitel betrachten, der sich pompös "Equinox" schimpft, dann ist das mit dem Fantasygetue auch wieder nicht so weit dahergeholt. Aber was hat das ganze bitte mit dem glorreich verstörend und vorallem ulkigen Überhit Tanz der Teufel aka Evil Dead auf sich? Ausser der Tatsache, dass wir in der Öffnungssequenz einen verstörenden Mann sehen, der auf Tonband von seinen Erlebnisen philosphiert und das Buch der Toten anpreist, finden sich nicht viele Parallelen, ausser eben der sagenumwogenden Hütte des Professors, die aber eben eine eher unbedeutende Rolle in diesem Stück spielt. Viel wichtiger ist wohl die Tatsache, dass Equinox ein schrecklich naiver und vorallem banales Bastardfilmchen von ein paar Studenten ist, die es zwar verstanden haben eine liebevolle und interessante Geschichte zu schreiben, aber es eben übersehen haben, einen interessanten Film daraus zu machen, der gut durchdacht erscheint. Aus gewissen Gesichtspunkten kann man ihm aber dennoch die ein oder anderen Symphatiepunkte abgewinnen, denn wenn sich plötzlich nach langer Filmlaufzeit mal etwas tut, so bestaunen wir wirklich detailverliebte Monster aus der Zappelkiste. Das das damit wiederrum sehr unfreiwillig komisch wirkt, sollte bei einem Alter des Filmes von 39 Jahren logisch sein, belustigend und unterhaltsam ist es allemal, es sei denn man hat die redseelige Runde der Studenten überstanden und befindet sich noch nicht im Halbschlaf. Denn Equinox ist vorallem eins: es präsentiert sich uns wie Dialogallerlei, dass wie ein abgehaktes Theaterstück präsentiert wird. Dass dabei die Dialoge mehr als grenzdebil sind, ist klar, die lächerliche bisweilen auch etwas unnätürliche Synchro gibt ihr übriges hinzu. Also ist diese Tatsache mehr als ein ernüchterndes Erlebnis, wirklich spannend ist es nämlich nicht gerade, wenn sich die stereotypen Teenies über sagenumwogende Gestalten, Skelette, Monstren und ihren Professor unterhalten, vorallem wenn das schauspielerische Talent auf einem recht dünnen Brett gebohrt wurde. Zumindest reicht es in den etwas schnelleren Szenen für overactende Klamaukmimik, somit eben auch jede Ernsthaftigkeit verloren geht. Denn richtige Horrorstimmung kann sich in diesem Bastard aus Monstertrash, Evil Dead und Abenteuerfilm nicht anbahnen, dafür ist die Inszenierung leider viel zu unbeholfen und teilweise viel zu dümmlich naiv. Trotzdem besitzt das wiederrum den gewissen Charme eines simplen Trashfilms, aber leider so simpel, dass es ermüdend ist.

Fazit:
Wenn Equinox das Vorbild zu Tanz der Teufel sein soll, dann sollte man froh sein, dass Sam Raimi 12 Jahre später diese Inspiration kostbar ausschöpfte, denn Equinox ist weit davon entfernt ein unterhaltsamer Film zu sein. Aber eines ist er dennoch gewiss. Ein Bastard, der so simpel und vorallem debil inszeniert wurde, dass es schmerzt. Als Studentenproduktion sicherlich annehmbar, aber trotzdem immer noch zu ermüdend um als trashig charmant punkten zu können. Denn Equinox ist einfach bloss träge.

28%

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