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Bereits nach M. Night Shyamalans ersten drei großen Produktionen "The Sixth Sense", "Unbreakable" und "Signs" lässt sich wohl die Behauptung in den Raum stellen: Das Schöne bei seinen Filmen ist, dass sie einerseits recht unkonventionell sind und andererseits am Ende immer noch eine gepfefferte Überraschung parat haben. Bei seinem kommenden "The Village" wird es sicherlich kaum anders sein.

So gibt es zum Schluss in "Unbreakable - Unzerbrechlich" natürlich einen Plot-Twist, der das bis dahin Gesehene wieder in ein ganz anderes Licht rückt. Doch zuvor präsentiert sich als zentrale Thematik der Comic. Jedoch kein aus dem Holz eines Superman geschnitzter Superhelden-Comic, mehr ein in düsterer und pessimistischer Atmosphäre eingehüllter, mysteriöser Reality-Comic. Hauptprotagonist David Dunn scheint nicht nur anatomisch unzerbrechlich, sondern auch überhaupt resistent gegen Krankheiten zu sein. Migräne, schrecklich kratzender Husten, 40 Grad Fieber - das alles kennt David Dunn nicht. Doch wirklich glücklich ist er ebenso wenig. Seine Ehe bricht auseinander, sein Job ist eigentlich unbefriedigend und seine Erscheinung präsentiert er uns ständig mit melancholischer Miene.

Shyamalan gelingt es ausgezeichnet, David Dunn ins entsprechende Bild zu rücken. Selbst als ihm seine Einzigartigkeit bewusst wird, bleibt er nur ein untröstlicher Mann mit einer Gabe, die sich jeder andere wünschen würde. Er streift wortkarg mit Cape durch den Regen und atmet schwermütige Luft ein. Nein, David Dunn ist kein Held, nur eine tragische Figur ebenso wie Elijah Price. Er ist der genaue Gegenpol - hat Knochen zerbrechlich wie Glas. Seine einzige Hoffnung sieht er deshalb in David.

M. Night Shyamalan lässt sich für seine Figuren, sowie seine Geschichte viel Zeit. Er erzählt sie, wie für ihn üblich, mit einem mysteriösen Schleier und gibt mit intelligenten Dialogen interessante Denkanstöße. Die Inszenierung ist ruhig gehalten, wartet aber mit einigen herausragenden Kamerafahrten auf. So beispielsweise gleich zu Beginn im Zug, als er bei einem Dialog die Kamera stets durch die Spalte zweier Sitze schielen lässt und nur den jeweils Sprechenden zeigt. Seine Leistung zusammen mit denen von Bruce Willis als David Dunn und Samuel L. Jackson als Elijah Price macht "Unbreakable" nach "The Sixth Sense" zu einer weiteren Empfehlung, wenn man auch nur ein wenig für das Genre, hier vorwiegend Mystery, übrig hat.

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