Von vornherein als Mehrteiler geplante und so direkt im Anschluss der Dreharbeiten zu The Four (2012) weiter geführte Fortsetzung als Verfilmung von Wen Ruians wuxia period piece "Sida Mingbu" a.k.a. "The Four Detective Guards", die sich auf die Vorlage ebenso stützt wie die filmische Eröffnung in Form eines ausdauernden Piloten. Die Figuren werden hier nicht mehr weiter vorgestellt und auch nicht großartig in Verbindung zueinander gesetzt, was den Einstieg des vom Inhalt her nicht gerade prägnanten Erstling durchaus schwierig, da emotionslos gestalten kann. Obwohl das Präludium theoretisch genug Vorbereitungen getroffen hat, sucht man sich auch hier wieder die Methode der gefühlten Melancholie und Langsamkeit in wenig mehr als nur einem Thema; eine Rückschau in die Vergangenheit, die erst spät im letzten Akt so etwas wie ein Geschehen selber und die Vorbereitung für den Abschluss als Trilogie erhält:
Historisches China. Ein Massaker in einer Dorfeinöde wird sowohl vom durch den Kaiser sanktionieren "Divine Constabulary" von Zhuge Zhengwo [ Anthony Wong ] und seinen Mannen Tie Youxia [ Collin Chou ], Cui Lueshang [ Ronald Cheng ], Sheng Yayu [ Crystal Liu ] und dem ehemaligen Doppelagenten Leng Lingqi [ Deng Chao ] als auch vom gleichsam offiziellen, aber immer in Konkurrenz tretenden "Department Six" unter Führung von Lord Liu [ Cheng Taishen ] untersucht. Komplizierter wird die eh schon durch Misstrauen und Eigennutz angefeindete Atmosphäre noch durch die Liebeswirren zwischen Leng Lingqi und Ji Yaohua [ Jiang Yiyan ] aus der gegnerischen Partei und einem Mordkomplott gegen Zhuge Zhengwo, der plötzlich und von mehreren Aussagen beteuert und belastet als Verursacher auch weiterer Todesopfer dasteht. Die Fronten und allgemeine Paranoia werden weiter verhärtet.
Gedreht erneut von Gordon Chan, der sich zuvor und dort auch eigentlich jeweils präziser mit Painted Skin (2008) und Mural (2010) mit den Welten der Fantasie und ihrer unterschiedlichen Auswüchse beschäftigt hat, und durch Zuarbeit der Regisseurin Janet Chun ergänzt und weibliche Note begleitet, wird das Abenteuer selber erst spät und zuvor die Anlage der Hauptleidenschaften der Figuren gestrickt. Personen leben zumeist nicht im Hier und Jetzt und auch nicht an der Oberfläche der Existenz, sondern in der Besinnung auf frühere Zeiten, dortigen Verlusten und nicht mehr Gebliebenes. Passend dazu wird auch ein Großteil des Lebens im Dunkeln der Emotionen und in der Düsternis unter Tage, abgeschottet von der Gesellschaft, dem Licht und dem Zugang durch die Außenwelt verpasst.
Nur wenige Male und dann auch jeweils bereichernd wird sich an die Öffentlichkeit gewagt, ein Gang durch schneebedeckte Weiten als Eingangsszene und zwei Aktivitäten im grün durchfluteten Wald; der Rest ist pechschwarz in uneinsehbaren Gemäuern oder gar unendlichen Höhlen und als Mysterium der Bedürfnisse eines müßigen Lebens gefangen. Alles wirkt mit Zwang belastet, vergangene Lieben, stetige Eifersucht, ein überaus brüchiges Verhältnis zu den theoretisch nicht nur als Kollegen, sondern als Freunde gelten sollenden Mitstreitern im Bündnis für Recht und Gesetz. Eine künstliche und gekünstelte Angelegenheit, die wie die Dramaturgie des Filmes selber anfangs noch den vermeintlich vortrefflichen Eindruck macht, auch gewisse museale, meditative und leise gleitende Magie verspüren mag, sich aber bald in Gleichgültigkeit und Trägheit des Herzens und auch der Sinne verliert.
Komplotte werden fleißig gesponnen, entsprechen aber dem gängigen Wissen und Wesen der Materie; eine Gattung von Filmen, die zwar parallel hierzu noch mit den Ermittlungen des Detective Dee gefüttert wird, aber schon wieder am Nachlassen und Ausklingen von Interesse und weiteren Zeugnissen ist. Behauptet sind die Rätsel, die ebenso wie die Gefühle zueinander keine sind oder zumindest nur verstellt und so alles Andere als reizend sind. Erhaben ist die Optik, aber nicht der Nachdruck des Inneren, indem bis auf die finalen 35min nur gesessen oder stolziert oder im Wasser geplätschert oder sonst wie um die Devotionalien der theaterhaften Ausstattung herum flankiert wird. Erstaunlich, dass den Übergängen der Szenen oftmals eindrucksvolle Aufmerksamkeit geschenkt und so die Verbindung und die Zusammenhänge in einem großen Ganzen da sein sollte, ein Einheit der Geschichte vielleicht auch noch besteht, die der Personen zueinander aber überhaupt nicht.
Unermesslich groß und riesig ist der Ort des Showdowns gewählt, die Kamera und die Choreographie der Kämpfe mit vergleichsweise Leidenschaft und Sittlichkeit dazu bestückt, was auch endlich die einzige wirkende Ursache all dieser Schilderungen eventueller Mannigfaltigkeit und heroischer Taten ergibt. Ein historisches Panorama von edlen, aber auch zwiegespaltenen Helden und schönen, nicht immer nur uneigennützig handelnden weiblichen Wesen, von Umstürzen und Verteidigungen, die wesentlich lebhaftere Kräfte der Einbildung und der Umsätze verdient und braucht als in dieser pathetischen Ode gegeben ist.