Über die letzten Jahren sind so einige Zombiekomödien erschienen, ob nun Shaun of the dead ( den man fast schon als Klassiker bezeichnen kann), Fido oder auch Warm Bodies um nur ein paar aufzuzählen. Ja mittlerweile kann man schon fast von einem eigenen Subgenre sprechen...
Regisseur Jeff Baena hat sich für sein Debüt genau diesem Genre gewidmet und hat neben aufstrebenden Jungstars wie Audrey Plaza und Dane DeHann auch nach Comedygröße John C.Reilly mit an Bord.
Story:
Nachdem die junge Beth ( Audrey Plaza) durch einen Schlangenbiss ums Leben kam, ist ihr Freund Zach ( Dean DeHann) zutiefst betrübt.
Gemeinsam mit den Eltern der Verstorbenen versucht er seine Trauer zu verarbeiten, was ihm jedoch nicht so recht gelingen möchte. Nachdem Murray ( John C.Reily) , der Vater seiner dahingeschiedenen, plötzlich nicht mehr auf Zachs Anrufe reagiert, wird dieser misstrauisch und macht sich auf zu dessen Behausung, wo er etwas erstaunliches feststellt. Beth lebt!!!
Nichts wissend von ihrem Tod, ist diese einfach von den toten auferstanden. Das junge Paar ist wieder vereint und überglücklich...das Glück hält jedoch nicht allzu lange, denn Beth fängt an extrem merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag zu legen...
Meiner Meinung nach ist es bei dem Subgenre der ZomCom wirklich das schwierigste die richtige Balance zu finden.
Zum einen will der Untotenfan nicht auf seine Splattereinlagen verzichten zum anderen will der Komödienfreund diverse Lacher geboten bekommen. Das dieser Spagat nicht immer ganz so gut gelingt konnte man schon in dem meiner Meinung nach ziemlich miesen deutschen "Nacht der lebenden Loser" sehen.
Baena der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, setzt in "Life after Beth" mehr auf Comedy als auf Härte und versucht ganz klar ein jüngeres Publikum anzusprechen.
Wenn man sich den Trailer zum Film anschaut, könnte man meinen das man hier so manchen plumpen Klamauk geboten bekommt, was aber zum Glück nicht der Fall ist.
Der meist subtil eingesetzte Humor entwickelt sich durch das Co-agieren zwischen den einzelnen Charakteren, Wortwitz und einigen amüsanten Ideen welche zwar zu keinem Zeitpunkt für große Lacher sorgen aber zum schmunzeln anregen.
Vorallem John C.Reily, der hier den nach aussen hin spießigen Familienvater miemt, macht hier eine wirklich sehenswerte Figur.
Freunde des roten Saftes hingegen werden hier wohl kaum auf ihre kosten kommen. So werden zwar 1-2 Kopfschüße geboten und ein bisschen Blut spritzt mal gegen ne Glasscheibe aber damit hat es sich auch fast schon. Gedärme gematsche, brutale Bissattacke und düstere Atmosphäre sucht man jedenfalls vergebens.
Darstellerisch stechen neben dem bereits erwähnten Reilly, die beiden Protagonisten Plaza und DeHann aus dem Schauspielerensemble heraus. Während DeHann glaubhaft den erst trauernden, dann glücklichen, dann verwirrten Zach verkörpert, liefert Plaza eine wirklich skurrile Performance ab, welche ihr kömödiantisches Talent unterstreicht.
Weitere mehr oder weniger bekannte Namen wie Paul Reiser, Cheryl Hines Molly Shannon oder Anna Kendrick gehen daneben zwar etwas unter, liefern aber solide Arbeit ab.
Fazit:
Jeff Baena liefert mit "Life after Beth" eine sympatische Zombiekomödie ab, welche ganz klar mehr Komödie als Zombie ist. Der Humor der weitestgehend auf Klamauk verzichtet, weiß zu gefallen und lädt das ein oder andere mal zum Schmunzeln ein. Leider wird für Splatterfreaks einfach zu wenig geboten und Horror verspührt man so gut wie nie...
Da der Spagat, der meiner Meinung nach für dieses Genre sehr wichtig ist, nicht so ganz gemeistert wird kann ich dem ganzen leider nicht mehr als 6 Punkte geben.